„Kunst ist eine Frage der Einstellung“

Blick auf die Fassade des Gocher Museums, das sich vor allem junger Kunst annimmt.
Blick auf die Fassade des Gocher Museums, das sich vor allem junger Kunst annimmt.
Foto: Christoph Karl Banski
Was wir bereits wissen
Verein der Freunde und Förderer des Gocher Museums wird 25 Jahre alt. Ein Gespräch mit dem Vorsitzenden Franz Engelen

Goch..  „Kunst ist für mich keine Frage des Alters, sondern eine der Einstellung. Wer sich schon als junger Mensch mit Kunst auseinandersetzt, kann das auch in seinem späteren Leben noch.“ Diese Sätze stammen von Franz Engelen, der seit fast zwei Jahrzehnten Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Gocher Museums ist. Ein Verein, der in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert.

„Ziel des Vereins ist es immer gewesen, ein Programm zu bestreiten, das die Museumsarbeit ergänzt“, erklärt der 65-Jährige, im Hauptberuf Geschäftsführer der Firma Boss Druck und Medien. Bei der Gründung des Vereins sei es um ideelle Unterstützung des Museums gegangen. „Das war Bürgerwunsch.“ Es sei einfach nicht möglich, dass die öffentliche Hand alles erfüllen könne, was das Museum ausmache. Den Förderverein sieht Engelen als Erweiterung des städtischen Programms um Angebote wie Vorlesungen, Vorträge, Fahrten zu besonderen Ausstellungen oder Orten oder aber den Ankauf von Kunstwerken. Im Laufe der Jahre haben die Museumsfreunde zahlreiche Touren unternommen, besuchten Städte wie Wien, Hamburg oder Barcelona oder reisten in die Toscana und die Schweiz. „Immer ging es dabei darum, die Aktivitäten des Museums zu erweitern“, betont Engelen. Man habe aber auch stets über den Tellerrand hinaus geblickt. „Die Auseinandersetzung mit der Kunst und den Ideen der Künstler ist immer wieder interessant“, unterstreicht der gebürtige Gocher. So werden Besuche im Rembrandtmuseum in Amsterdam und dem Frankfurter Städel ermöglicht. „Wir ergänzen diese Fahrten wenn möglich um Besuche im Atelier eines Künstlers, der schon mal in Goch ausgestellt hat oder dort demnächst gezeigt werden könnte“, sagt Engelen.

321 Mitglieder hat der Verein derzeit, hinzu kommen gut 100 Kinder, die Mitglied im Museumsclub sind (gegründet 2005) und an den kindgerechten Ausstellungseröffnungen „Kids opening“ teilnehmen. Ein Konzept, das im übrigen so erfolgreich ist, dass „auch andere es schon für sich übernommen haben“, schmunzelt der Vorsitzende.

Wichtig ist den Museumsförderern der regelmäßige Ankauf von Kunst. „Das machen wir in der Regel in jedem Jahr.“ Schließlich, findet Engelen, sei das die klassische Art zu sammeln und von jeder Ausstellung ein oder zwei Werke zu behalten. Wegen der großen Verbundenheit der Künstler mit dem Gocher Museum kommen nicht selten noch Schenkungen von ihnen hinzu. „Für viele von ihnen war oder ist Goch ein Sprungbrett“, sieht der Vorsitzende. In der Regel publiziere das Museum auch noch einen für sie so wichtigen Katalog.

Zum Vereinsjubiläum planen die Goch ein Museumsfest mit ausführlichem Programm. Am 6. Juni soll im Museumsgarten ein Zirkuszelt aufgebaut werden. Es wird Stände und Gastronomie geben, Musiker Friedhelm Olfen sorgt an diesem Tag für den guten Ton. Als besonderes Highlight laden die Museumsfreunde zu einer Versteigerung von Kunstwerken ein. Die Auktion führt „Puppenspieler“ Heinz Bömler durch.