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Stadtentwicklung

Kritik an Unterstadtplänen

06.06.2012 | 20:20 Uhr
Kritik an Unterstadtplänen
Das Einkaufszentrum auf dem Platz soll jetzt ein 120 Meter langer Riegel werden. Foto: Thorsten Lindekamp

Kleve.   CDU will keinen Supermarkt und auch keinen Elektrohandel auf dem Minoritenplatz.

Der vorgelegte Plan zur Bebauung des Minoritenplatzes ist in der Klever Geschäftswelt und in der Politik auf Kritik gestoßen. „Dieser Bebauungsplan hat nichts mehr mit dem zu tun, was die Bürger einst im Werkstattverfahren gewählt haben“, sagt Jörg Hopmans, Sprecher des Klever City Netzwerkes (KCN). Kritisiert wird ein großflächiger Gebäuderiegel von 120 Metern Länge. „Gewählt wurde damals aber eine kleinteilige Lösung“, kritisiert auch Alwine Stromenger-Pickmann vom Klevischen Verein. Sie rege sich über die „Art und Weise auf, wie man mit dem Bürger umgehe“.

Beide Organisationen machten jetzt von ihrem Recht Gebrauch, im Rahmen der Offenlage des Bebauungsplanes Kritik zu äußern. Auch der Beiratsvorsitzende von Kleve Marketing, Christian Tuschen, verfasste eine dreiseitige, sehr kritische Stellungnahme zu dieser Bebauung. Gestern Nachmittag wurden die Parteien um 16 Uhr zum Bürgermeister geladen, um die Positionen auszutauschen. Wie man hörte, fragten sich einige Mitglieder, „was dieses Gespräch überhaupt sollte“.

CDU: Oberstadt darf nicht ausbluten

Auch der CDU-Stadtverband sieht einige Punkte des vorgestellten Bebauungsplanes sehr kritisch. Und vor allem die Besetzung des Hauses, welches von einem Großinvestor gebaut werden soll. „Es darf nicht passieren, dass durch die Unterstadtbebauung die Oberstadt ausblutet“, sagte CDU-Fraktionschef Udo Janssen. Und betonte: „Es wird mit der CDU keinen Saturn auf dem Minoritenplatz geben.“ Befürchtet wird, dass der Elektrohandel von der Neuen Mitte abwandert. Damit würde in der Oberstadt der wichtigste Mieter wegbrechen. „Wenn das passiert, dann hört die Innenstadt quasi beim Kaufhof auf“, so Janssen.

Die CDU wünscht sich auch keinen großen Supermarkt auf dem Minoritenplatz. „Es soll doch eine Flaniermeile werden. Mit Lebensmitteln und Drogerieketten schaffe ich keine Flaniermeile“, so Janssen weiter. Es müsse in Kleve möglich sein, auch jenseits von Metro, C&A und Rewe einen größeren Mieter zu gewinnen. „Da gehört auch eine gute Gastronomie rein“, so Janssen weiter.

Die CDU-Spitze bestätigt, dass der Minoritenplatz vom Rathaus bis zum künftigen Hauptgebäude der Volksbank an einem Stück bebaut werden soll. Mit der vorgestellten Architektur habe man allerdings weniger Probleme, so Cosar. Damit könne man sich anfreunden. Unter dem Minoritenplatz sollen Parkflächen für 300 Autos entstehen. Es sei geplant, dass der nun diskutierte Bebauungsplan im nächsten Bauausschuss vorgestellt wird (Donnerstag, 14. Juni).

SPD: Investor nicht verprellen

Der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Josef Gietemann wundert sich über die rasche Positionierung der CDU: „Wir haben doch alle noch gar keine Unterlagen gesehen. So geht man nicht mit einem möglichen Investor um. Der erfährt jetzt aus der Zeitung, was die Politik alles nicht wünscht. Wir wollen aber gerne diesen Platz bebaut haben“, so Gietemann.

Auch die CDU steht nach wie vor hinter einer Bebauung des Platzes. Dies wünschen auch das KCN, der Klevische Verein und der Beirat von Kleve Marketing so. In der veröffentlichten Kritik von Christian Tuschen wird auch das angedachte „beschleunigte Verfahren“ kritisiert: „Das hier angewandte Verfahren lässt eine Prozesskultur vermissen.“

Tuschen hält die vorgesehene Fläche von 700 Quadratmetern für Shops für viel zu gering im Vergleich zum Gesamtvolumen von 7000 Quadratmetern. „Ein gemischter und attraktiver Besatz mit Kleinflächenkonzepten wird nur noch schwer möglich sein.“

Andreas Gebbink


Kommentare
08.06.2012
14:22
Kritik an Unterstadtplänen
von xtrastore | #1

Ja das ist mal wieder Typisch! Also wir werden mal abwarten was da kommt, aber als Einzelhandelsgeschäft was neu eröffnet hat freut man sich über solche Berichte!
Wir haben gerade erst sehr viel Geld in den Standort Kleve Investiert und jetzt eine solche Nachricht.
Bei unserer Wahl war es entscheidend genügend Parkplätze und einen Abstand zum Elektronik Riesen zu haben. Dies erledigt sich dann wenn die Pläne so umgesetzt werden!
Aplaus für die Verantwortlichen, so vertreibt man auch die Einzelhändler und Arbeitgeber aus Kleve!

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