Kritik an Hartz-IV-Vermittlung

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen bewegt sich im Kreis Kleve auf Rekordniveau.
Die Zahl der Langzeitarbeitslosen bewegt sich im Kreis Kleve auf Rekordniveau.
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Was wir bereits wissen
SPD bemängelt eine fehlende Strategie zur Integration von Langzeitarbeitslosen

Kreis Kleve..  Die SPD im Kreis Kleve kritisiert die Herangehensweise der Kommunen bei der Vermittung von Langzeitarbeitslosen. Bei der Vorstellung des aktuellen Hartz-IV-Berichtes sagte der Thorsten Rupp von der SPD: „Als wir vor zehn Jahren mit der Einführung des so genannten Optionsmodells begonnen haben, waren wir der Meinung, dass wir die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen besser gestalten können als die Arbeitsagentur. Mittlerweile haben wir da unsere Zweifel.“

Rupp sagte, dass keine Strategie erkennbar sei, wie der Kreis Kleve trotz guter wirtschaftlicher Lage und prognostizierter steigender Erwerbstätigkeit, die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (= betroffene Familien) reduzieren will. Es reiche nicht aus, dem Ausschuss nur Zustandsberichte vorzulegen, sondern die Verwaltung müsse konkrete Vorschläge machen, wie man die Zahl der Langzeitarbeitslosen reduzieren kann. „Wir müssen neu darüber nachdenken, wie wir die Situation verbessern können“, so Rupp.

Der Kreis Wesel, der von der Arbeitsagentur bedient wird, schneide bei der Integration der Langzeitarbeitslosen besser ab. So erziele man dort bei der Nachhaltigkeit der Integration um zehn Prozent bessere Werte als der Kreis Kleve. „Wir sind mit unseren Erfolgen im Landesdurchschnitt. Es ist nur die Frage, ob uns das auch reicht“, so Rupp. Andreas Mulder (CDU) lobte hingegen die guten Vermittlungszahlen. Die Entscheidung, vor zehn Jahren die Betreuung und Vermittlung von Langzeitarbeitslosen zu übernehmen, sei richtig gewesen.

Aus dem Lagebericht der Kreisverwaltung ist ersichtlich, dass mehr als ein Drittel der SGB-II-Bezieher (4189 Personen) so genannte Aufstocker sind. Diese Menschen sind zwar erwerbstätig, das verdiente Geld reicht aber nicht aus, um den Unterhalt zu decken. Im Bericht heißt es ferner: „Der Kreis Kleve erfährt eine zunehmend hohe Zuwachsdynamik von EU-Mitbürgern aus Osteuropa, insbesondere aus Polen, Rumänien und Bulgarien.“

Die Zahl der Rumänen und Bulgaren sei in den letzten zwei Jahren um 58 Prozent gestiegen. Die osteuropäischen Zuwanderer würden auf dem Arbeitsmarkt in Konkurrenz zu den Hartz-IV-Empfängern stehen, so die Kreisverwaltung.