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Karneval

Kritik am Sicherheitskonzept für Klever Rosenmontagszug

06.02.2016 | 11:00 Uhr
Kritik am Sicherheitskonzept für Klever Rosenmontagszug
Für den Klever Rosenmontagsumzug sind maximal 16 Sanitäter und vier Rettungswagen vorgesehen.Foto: Monika Wiegelmann

Kleve.   Beim Klever Rosenmontagszug sind offenbar zu wenig Hilfskräfte eingeplant. Sicherheitskonzept entspreche nicht den üblichen Vorgaben, so ein Insider.

Am Montag startet wieder die große Karnevalssause. Prinz Helmut zieht mit seinem Gefolge durch die Klever Straßen und mit ihm feiern schätzungsweise 30 000 Menschen – so viele waren es nach den Angaben der Polizei im vergangenen Jahr. Doch wo so viele Menschen zusammenkommen, braucht es ein Sicherheitskonzept und vor allem gut ausgebildete Sanitäter. Der Veranstalter des Umzugs, das Klever Rosenmontagskomitee, hat den Sanitätsdienst in die Hände des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) gelegt und gemeinsam mit der Stadt und der Feuerwehr ein Sicherheitskonzept erarbeitet.

Nach Angaben der Stadt sind für Rosenmontag an vier Standorten jeweils ein Rettungswagen und mindestens drei bis vier Sanitäter vorgesehen. Diese werden vom DRK gestellt. Bei der Anzahl von maximal 16 Sanitätern und den Rettungswagen habe man sich an dem Orientierungsrahmen des Innenministeriums des Landes NRW gehalten.

Für die Qualifikation des Personals sei die jeweilige Organisationseinheit zuständig, schreibt die Stadt Kleve. Einzelheiten seien beim Veranstalter zu erfragen. Weitere Nachfragen waren am Freitag nicht mehr möglich.

In anderen Kommunen hält man sich an das "Maurer-Schema"

Nach Informationen der Redaktion sind die im Sicherheitskonzept vorgesehenen Sanitäter allerdings viel zu wenig. Grundlage für ein Sicherheitskonzept ist in der Regel das so genannte „Maurer-Schema zur Risikobewertung von Großveranstaltungen“. Dieses Schema wird u.a. bei Schadensfällen zugrunde gelegt. Es sieht jedoch für einen Karnevalsumzug mit 30.000 Menschen 30 Helfer vor, 4 Krankentransportwagen (mit je einen Rettungshelfer und einen Rettungssanitäter), 3 Rettungswagen (mit je einen Rettungssanitäter und einen Rettungsassistenten) sowie zwei Notärzte und eine Einsatzleitung vor. (www.hiorg-server.de) Ausdrücklich kann der Rettungsdienst des Kreises Kleve nicht in die Berechnung einbezogen werden. Die Besetzung der Wagen ist gesetzlich geregelt.

Ein NRZ-Informant, der nicht genannt werden möchte, bekommt angesichts des Klever Konzeptes arge Bauchschmerzen. „Wenn man sich vor Augen führt, dass an Karneval so viele Jugendliche exzessiv Alkohol trinken, dann benötigt man auch diese Kräfte vor Ort. In anderen Kommunen, etwa in Emmerich oder Weeze, werden diese Vorgaben auch erfüllt. Nur die größte Veranstaltung im Kreis Kleve wird von einem Ortsverband betreut, der das ausgebildete Personal nicht hat und auch nicht die entsprechenden Transport- und Rettungswagen.“

Im Notfall müsse der Regel-Rettungsdienst des Kreises unterstützen

Der Veranstalter, das Klever Rosenmontagskomitee, gibt auf NRZ-Anfrage an, das Konzept von der Stadt genehmigt bekommen zu haben. Ob das beauftragte DRK die erforderlichen Rettungssanitäter und Rettungsassistenten vorhalten könne, konnte der zuständige KRK-Vertreter nicht sagen: „Wir haben dem DRK einen Auftrag gegeben“, sagte er.

DRK-Kreisgeschäftsführer Franz Lück teilt der NRZ mit, dass das Rote Kreuz am Rosenmontag mit fünf Fahrzeugen (u.a. auch Malteser) vor Ort sein wird. Die Fahrzeuge seien mindestens mit Rettungshelfern besetzt. Ob auch Rettungssanitäter und Rettungsassistenten an Bord sind, könne er nicht sagen. Im Notfall müsse dann der Rettungsdienst des Kreises zur Hilfe kommen.

Dies entspricht allerdings nicht den Vorgaben. Im Gespräch mit der NRZ gibt Lück zu, dass es an Tagen wie Rosenmontag schwer sei, die geeigneten Sanitäter zu bekommen: „Wir haben eine motivierte ehrenamtliche Truppe“, sagt Lück. Es gebe aber nur wenige Ehrenamtliche DRK-Helfer mit einer Ausbildung als Rettungssanitäter oder Rettungsassistent. „Der Rettungsassistent ist eine Berufsausbildung, die können wir nicht finanzieren“, sagt Lück. Man wolle an diesen Tagen zwar die Standards einhalten: „Aber das ist nicht immer zu gewährleisten“. Lück verweist auf das Sicherheitskonzept, welches von der Stadt aufgestellt werde.

Andreas Gebbink

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2016-02-06 11:00
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