Kriegskinder brechen ihr Schweigen

Goch..  Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges begann für die deutsche Bevölkerung eine Phase des Aufbaus, des Wachstums – aber auch des Verdrängens. Gefangenschaft, Bombennächte, Kriegsbeteiligung, Flucht und Vertreibung hinterlassen Spuren, die bis in die zweite, dritte Generation prägend sind. Die Kölner Journalistin Sabine Bode beschäftigt sich seit Mitte der 90er Jahre mit der Problematik der Kriegskinder, sammelte Berichte und Stimmen – half den Erinnerungen einen Raum zu geben, ein hilfreicher, heilsamer notwendiger Prozess.

Am Freitag, den 4. November, liest sie um 20 Uhr im Goli Theater aus ihrem Buch „Die vergessene Generation“.

Unverarbeitete Erlebnisse

Die unverarbeiteten Erlebnisse der Kriegskinder wurden eingeschlossen für sie und die nachfolgende Generationen. Erst mit der Wiedervereinigung als politischem Kriegsende wird das eiserne Schweigen gebrochen, Schmerz und Schuld zum Thema gemacht. Erst nachdem der Ruhestand erreicht und die eigenen Kinder längst aus dem Haus sind, ist es möglich zurückzuschauen und zu begreifen, wie viel im eigenen Leben auf die Kriegserlebnisse zurückzuführen ist. Gleichzeitig beginnen Kinder und Enkel zu fragen und versuchen zu verstehen, wollen das Leiden der Kriegskinder wahr- und ernst nehmen. Zugleich beginnen sie zu verstehen, welche Auswirkungen die Kriegserlebnisse der Eltern auf sie selbst noch hatten.

Karten für 10 Euro gibt es bei der KulTOURbühne im Rathaus ( 02823/32 02 02, Email: kultourbuehne@goch.de) bei der Buchhandlung am Markt, bei der VHS Goch und online bei www.goch.de. Im Anschluss an die Lesung besteht die Möglichkeit zur Aussprache.