Kreis Kleve vermittelt Langzeitarbeitslose

Die Zahl der Hartz IV-Bezieher im Kreis Kleve ist derzeit besonders hoch.
Die Zahl der Hartz IV-Bezieher im Kreis Kleve ist derzeit besonders hoch.
Foto: Denise Ohms
Was wir bereits wissen
Noch nie wurden im Kreis Kleve so viele Langzeitarbeitslose in Arbeit vermitteltund noch nie war die Zahl der Hartz-IV-Bezieher so hoch wie heute

Kreis Kleve..  Seit zehn Jahren sind die Städte und Gemeinden im Kreis Kleve für die Betreuung von Langzeitarbeitslosen zuständig. Was früher vom Arbeitsamt gemacht wurde, haben die Kommunen im Zuge der Arbeitsmarktreformen im Jahr 2005 selbst übernommen: Wer länger als ein Jahr lang arbeitslos ist, der wird unter die Fittiche der Kommunen genommen. „In den ersten Jahren waren wir auch sehr erfolgreich“, sagte gestern Landrat Wolfgang Spreen bei der Vorstellung der neusten Arbeitsmarktzahlen.

Mit viel Kreativität habe man die neuen Freiheiten genutzt und tatsächlich auch viele Langzeitarbeitslose vermitteln können. „Im Jahr 2006 hatten wir 8200 Bedarfsgemeinschaften, 2009 waren es nur noch 7000“, schildert Spreen. Heute sei man mit über 9000 Bedarfsgemeinschaften auf einem Höchststand.

Von der anfänglichen Euphorie ist nicht mehr sehr viel übrig geblieben. Peu à peu habe man immer mehr Einschränkungen akzeptieren müssen. „Uns sind ganze Instrumente aus der Hand geschlagen worden“, sagt Spreen, die eigentlich sinnvoll waren. Etwa der zeitlich begrenzte Lohnkostenzuschuss für Arbeitgeber, wenn sie einen Langzeitarbeitslosen in Dienst nehmen. „In den zehn Jahren haben wir immerhin 38 600 Arbeitslose in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt“, so Spreen. Darunter befänden sich allerdings auch einige Mehrfachvermittlungen. Dennoch: „Wir sind auf diesem Gebiet nach wie vor erfolgreich“, so Spreen. Denn auch im vergangenen Jahr habe man 4053 Menschen in Arbeit vermitteln können. So viele wie noch nie zuvor.

Dass die Statistik trotzdem so viele Langzeitarbeitslose ausweist, hat für Spreen viele Gründe. Unter anderem gebe es viele Arbeitnehmer, die von ihrer Arbeit nicht leben können und einen Zuschuss beantragen (sog. Erwerbsaufstocker). Von den 9201 Bedarfsgemeinschaften treffe dies auf 4289 Gemeinschaften zu. Auch der so genannte „Drehtüreffekt“ führe dazu, dass die Zahl der Hartz-IV-Empfänger nicht weniger wird: „Unter den Top-10 der Arbeitgeber befinden sich sieben Zeitarbeitsfirmen oder Personaldienstleister“, so Spreen. Und dies bedeute für die dort Beschäftigten eine hohe Fluktuation. Auch die Konkurrenzsituation auf dem Arbeitsmarkt ist für Langzeitarbeitslose nicht einfacher geworden. Immerhin sind gut 60 Prozent der Hartz-IV-Bezieher im Kreis Kleve länger als drei Jahre arbeitslos.

Trotz der Probleme sei die Entscheidung des Kreises Kleve damals richtig gewesen, die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen zu übernehmen: „Wir sind nach wie vor näher dran am Menschen“, so der Landrat.