Kostbare Leierkästen in Kleve
03.11.2008 | 14:49 Uhr 2008-11-03T14:49:00+0100Beim verkaufsoffenen Sonntag am 9. November sorgen 35 Drehorgeln zum zehnten Mal für nostalgisches Ambiente.
35 prächtig verzierte Exemplare von klein bis groß werden auf dem Klever Drehorgelfest zu sehen und natürlich auch zu hören sein. Musikalische Leckerbissen und viele „Drehorgeloriginale” locken die Besucher ebenso an wie der verkaufsoffene Sonntag, der ebenfalls am 9. November, 13 bis 18 Uhr, in die City der Schwanenstadt lockt. „Angeorgelt” wird das Fest bereits um 12 Uhr am Fischmarkt, bevor sich dann die mobilen Musiker mit ihren wertvollen Kästen in der Stadt verteilen. Organisator Jörg Hopmans von den Vereinigten Klever Straßengemeinschaften lädt die Leierkasten-Leute zuvor jedoch zu einem gemeinsamen Frühstück ein. Dafür gibt's gleich zwei Gründe. Zum einen weil sich das Mottofest in diesem Jahr zum zehnten Mal jährt und weil es letztmalig unter der Regie der Vereinigten Klever Straßengemeinschaften, die sich im kommenden Jahr auflösen (die NRZ berichtete) veranstaltet wird.
Dann, so Hopmans, würde er wohl unter der Regie des neuen Zusammenschlusses KCN (Klever-City-Netzwerk) das elfte Drehorgelfest auf die Beine stellen.
Sicher scheint zu sein, dass wieder viele Gäste den verkaufsoffenen Sonntag mit dem nostalgischen Flair erleben wollen. „Bevorzugt Niederländer und eher gesetztes Publikum”, spricht Hopmans aus Erfahrung. Schließlich sind es echte „Gassenhauer”, die aus den teils recht kostbaren Truhen „gedreht” werden. „Allerdings wurde ich im vergangenen Jahr von einer Drehorgel überrascht, aus der Robbie Williams zu hören war”, verriet Hopmans. Wohl eine Ausnahme.
Das Drehorgelfest hat aber nicht nur unter den Senioren Freunde. Der achtjährige Julian aus Rindern hat sich sogar selbst einen kleinen Leierkasten gebastelt. Aus Pappe und mit einer Spieluhr hinten dran. Für seine Idee und sein Engagement wurde er nun ebenfalls zum Frühstück mit den Drehorgelprofis eingeladen. Und er darf auch mal an einem „echten Musikkasten” stehen.
„Die sind teuer”, verrät der Organisator. Ab 4000 Euro aufwärts. In Kleve werden auch Leierkasten zu hören und zu sehen sein, die 25 000 Euro und mehr wert sind.
Wegen einer Gedenkfeier auf dem Synagogenplatz ist am Fischmarkt Nachmittags zwei Stunden keine Orgelmusik zu hören. Ansonsten ziehen die Orgeln durch die Stadt. Sechs Großorgeln stehen an festen Stellen (z.B. Alte Post, Deutsche Bank, Koekkoekplatz), die größte transportable Orgel der Welt steht am EOC an der Hoffmannallee.
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