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Klartext für Kinder

Konkrete Hilfe ist wichtig

17.02.2011 | 19:08 Uhr
Konkrete Hilfe ist wichtig
. Michael Passon vom Verein Klartext für Kinder Moers Foto Thorsten Lindekamp

Kleve.Es sind erschreckende Tatsachenberichte: Kinderzimmer ohne Bett, fünf Matratzen in einem Raum, Kinder die ohne Decke schlafen müssen, die kein richtiges Mittagessen bekommen, die keinen Schrank haben, um ihre Kleidung einzuräumen, die keine gescheiten Schuhe haben. Die Familienhelfer der Klever Wohlfahrtsverbände haben alle ihre Erfahrungen mit Kinderarmut in der reichen Kreisstadt gemacht. Und es ist erschütternd zu hören, dass Kinder in materieller und seelischer Armut leben müssen.

Pfarrer Oskar Greven möchte dies nicht länger hinnehmen. Der evangelische Geistliche lud am Mittwochabend die Verbände zu einer informativen Runde zusammen, in der sich der Moerser Hilfeverein „Klartext für Kinder“ vorstellte. Gegründet wurde der Verein aus einer NRZ-Initiative des Redakteurs und heutigen Geschäftsführers Michael Passon. Er stellte sein Konzept gegen Kinderarmut vor.

Was mit einer einfachen Wunschbaumaktion begann hat sich in Moers zu einer lebendigen Plattform für alle Wohlfahrtsverbände etabliert. Kirchliche und soziale Träger, Vereine und Kommunen haben sich im Verein Klartext gefunden, um ein Ziel zu verfolgen: Kinderarmut zu bestreiten.

Das Rezept klingt einfach: „Wir wollen konkrete Einzelfallhilfe leisten“, erklärt Passon. Fehlt das Geld für den Schreibtisch, braucht die Familie eine neue Waschmaschine oder dringend neue Klamotten? Klartext hilft dann, wenn die bestehenden Hilfsstrukturen nicht ausreichen oder ein Antrag beim Amt viel zu lange dauern würde. „Wir wollen keine Parallelstrukturen aufbauen“, verdeutlichte Passon. „Denn das bestehende Hilfesystem ist eigentlich gut organisiert. Aber trotzdem gibt es Hilfelücken und die wollen wir schließen. Nicht mit Projekten, sondern mit konkreten Einzelhilfen.“

Die Resonanz der Klever Zuhörer war positiv. Denn allen ist klar: „Auch in Kleve gibt es genug Bedarf.“ Mittels eines neuen Vereins könnten zudem die zahlreichen Wohlfahrtsverbände sich bei einem Thema zusammenschließen und eine gemeinsame Sache vorantreiben. Eine Mitarbeiterin des Klever Jugendamtes sieht gute Chancen für das Projekt: „Eine richtige Netzwerkarbeit gegen Kinderarmut fehlt in Kleve.“

Am 28. Februar treffen sich interessierte Bürger ein weiteres Mal, um über die Gründung eines Klartext-Vereins in Kleve zu diskutieren. Beginn: 19 Uhr im Gemeindehaus der Evg. Kirche an der Lindenallee. Engagierte Bürger, die sich beteiligen möchten, sind herzlich eingeladen. Infos: www.klartext-fuer-kinder.de

Andreas Gebbink

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