Klever Rathaus wird teurer

Das Klever Rathaus wird teurer.
Das Klever Rathaus wird teurer.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Der Stadtrat nahm jetzt die Baukostensteigerungen in Höhe von 750 000 Euro zur Kenntnis. Gravierende Mängel bei der Fundamentierung des Altbaus entdeckt

Kleve..  Der Rat der Stadt Kleve hat am Mittwochabend die Baukostensteigerung für das neue Rathaus in Höhe von 750 000 Euro nach einem Beschluss des Vergabeausschusses zur Kenntnis genommen. Das Geld wurde im Nachtragshaushalt eingestellt.

Im Gespräch mit der NRZ erläutert Baudezernent Jürgen Rauer, dass bei der Entkernung der ehemaligen Sakristei zwischen Rathaus und Kirche gravierende Mängel in der Baustatik aufgefallen sind. So besitzt der denkmalgeschützte Altbau größtenteils keine Fundamente. Auch die Decken und Wände sind nicht mit den umliegenden Gebäuden verzahnt. „Das sind massive bautechnische Mängel, die wir so nicht haben erahnen können“, sagte Jürgen Rauer. „Wir haben Decken vorgefunden, bei denen man sich fragen musste, wo die überhaupt aufliegen und warum diese halten.“ Die ehemalige Sakristei sei zwischen zwei bestehenden Gebäuden errichtet worden, erläutert Rauer. Offenbar hat man damals auf eine Verzahnung der Mauerwerke und ein Fundament verzichtet.

Seit gut einem halben Jahr liegt daher die Baustellenverbindung zwischen Alt- und Neubau auf Eis. Die Stadtverwaltung hat intensive Verhandlungen mit dem Generalunternehmer Tönnissen geführt und einen externen Gutachter für ein statisches Gutachten beauftragt. Zudem hat die Stadt Angebote eingeholt und über die Frage verhandelt: Wer hat nun die Baukostensteigerungen in Höhe von zwei Millionen Euro zu zahlen? Nach den Verhandlungen mit Tönnissen hat man sich auf eine zusätzliche Vergütung des Bauunternehmers in Höhe von 750 000 Euro geeinigt. Dieses Geld hat der Rat nun genehmigt.

Mit Hilfe eines Spezialunternehmens aus Erkrath werden nun die Fundamente nachträglich unter das alte Mauerwerk gesetzt. Fundamentblöcke in der Größe eines 10-Liter-Eimers werden nun in den Boden gepresst, erklärt Rauer. Sämtliche Decken werden entfernt, und auch die Wandverzahnung wird nun vorgenommen. Dafür werden Mauerteile rausgestemmt und Deckenteile rausgeschnitten. Alles müsse per Hand und Schubkarre erfolgen. „Das macht die Sache nicht einfacher“, so Rauer.

Die Verwaltung geht davon aus, dass noch in diesem Monat die Nachtragsvereinbarung geschlossen wird, um die Baugenehmigung erteilen zu können.Hier seien noch kleinere Dinge abzuarbeiten. Durch den Baustopp geht die Verwaltung nun von einer Bauzeitverlängerung von einem Dreivierteljahr aus. Die Fertigstellung soll nun Ende 2016 erfolgen.