Klever Denkmalschutzliste soll auf neuesten Stand

Die alte Kirche in Kellen wurde jüngst in die Denkmalschutzliste eingetragen.
Die alte Kirche in Kellen wurde jüngst in die Denkmalschutzliste eingetragen.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Welche Gebäude sollen in Kleve als Denkmal geschützt werden? Stadt und LVR arbeiten an einer neuen Denkmalliste und nehmen viele Häuser unter die Lupe. Die Eigentümer wissen bislang noch nichts davon

Kleve..  Auf Marco Kieser wartet noch eine ganze Menge Arbeit. Seit gut einem halben Jahr ist der Denkmalpfleger des Landschaftsverbandes Rheinland mit der Inventarisierung denkmalwürdiger Gebäude in Kleve zugange. In einem ersten Schritt hat er gemeinsam mit der Stadt Kleve eine Liste erstellt, auf der gut 500 Gebäude aufgeführt sind, die nach einer ersten Inaugenscheinnahme als denkmalwürdig eingestuft werden könnten. Peu à peu wird Kieser nun diese Liste abarbeiten, um am Ende die Denkmalschutzliste der Stadt Kleve auf den neuesten Stand zu bringen.

Denn bislang sind viele historische Gebäude in Kleve nicht denkmalgeschützt. Aktuell stehen 157 Gebäude auf der Denkmalliste, viele weitere fehlen allerdings. Welche Gebäude sich auf der „Verdachtsliste“ befinden, möchten sowohl die Stadt Kleve als auch der Landschaftsverband nicht öffentlich machen. Auch die Hauseigentümer selbst wissen heute noch nicht, dass ihr Haus möglicherweise als Denkmal geschützt werden soll.

Vage Verdachtsliste

„Unsere bisherige Erfassung ist noch sehr vage. Wir würden viele Eigentümer damit auch verunsichern. Welche Welle des Widerstand würden wir erzeugen, wenn wir diese Liste veröffentlichen würden und am Ende sind ein Gutteil der Gebäude gar nicht für die Denkmalschutzliste vorgesehen?“, sagte Jürgen Rauer im Kulturausschuss. Bislang habe man bereits 23 Objekte dieser geheimen Liste bearbeitet – aber nur sieben Gebäude seien positiv für den Denkmalschutz geprüft worden, so Rauer.

Marco Kieser hält die erstellte Verdachtsliste allerdings für „substanziell und gehaltvoll“. Er geht davon aus, dass auch ein Großteil der Gebäude am Ende auch unter Denkmalschutz gestellt werden. Bis es allerdings so weit ist, werden alle Eigentümer letztlich davon auch in Kenntnis gesetzt. Denn eine Unterschutzstellung erfordert eine umfangreiche Eigentümerbeteiligung und eine Anhörung des Stadtrates, so Kieser.

Zudem muss er Gutachten schreiben. Jedes einzelne Gebäude müsse bewertet und mit einem historischen Fachaufsatz versehen werden, warum dieses Haus unter Schutz gestellt werden muss. Vier bis fünf Häuser werde man im Jahr schaffen, so Kieser.

Die wichtigsten Gebäude der Stadt wolle man nun vorrangig bearbeiten. Kleve sei unter den Vorgaben des neuen Denkmalschutzgesetzes weit arg im Hintertreffen, so Kieser.