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Klever Bahnhof zu verkaufen

19.08.2010 | 00:02 Uhr
Klever Bahnhof zu verkaufen

Kleve. Es gibt eine quälende Frage, die Udo Loock an fast jedem Tag hört: „Wo ist denn hier die Toilette?“. Die Antwort darauf gibt der Chef des DB Reisezentrums im Bahnhof Kleve nicht gerne: „Wir haben hier kein WC mehr.“

Die Toilette wurde samt Bahnhofsgaststätte vor mehr als einem Jahr geschlossen. Genauso wie die Buchhandlung am Eingang.do Loock zuckt beim Anblick des leeren Ladenlokals resigniert mit den Schultern. „Da müssen Sie mal die Deutsche Bahn fragen, wann sich hier endlich wieder etwas tut.“ Als Vertragspartner der Bahn betreibt Loock im Klever Bahnhof zwar seine eigene „DB Agentur Niederrhein“ mit Fahrkartenverkauf und Reiseberatung. Mit dem Gebäude hat er aber nichts zu tun. Das gehört der Bahn.Und die hat zurzeit offenbar Probleme, den Klever Bahnhof mit dem eigentlich schmucken Äußeren zu vermarkten. Drinnen sieht’s trostlos aus. Die ehemalige Bahnhofsbuchhandlung steht leer. Die Gaststätte mit sanitären Anlagen gibt es nicht mehr. Spanplatten flicken kaputte Buntglasfenster. Und in der Wartehalle spüren die Reisenden manchmal durch einen beißenden Geruch in der Luft, dass eine Toilette fehlt.Interessenten für die Räumlichkeiten im Gründerzeit-Ambiente des Klever Bahnhofs gab es einige. Allerdings scheinen die Mietvorstellungen der Bahn abzuschrecken. Über Geld spricht Udo Kampschulte von der Deutschen Bahn nicht. Der Sprecher sagt nur so viel: „Interessenten sollen bei uns anfragen.“ Die Bahn versuche weiterhin, die Räume zu vermieten. „Aber viel lieber würden wir die ganze Immobilie an die Stadt Kleve verkaufen.“Ein Angebot, das Kleves Baudezernent Jürgen Rauer bisher nur „als Gerücht“ zu Ohren gekommen ist. Aber er kann schon jetzt –  ohne konkrete Verhandlungen mit der Bahn  –  sagen: „Wir wollen dieses Gebäude nicht besitzen.“Daran ändert offenbar auch die Perspektive nichts, dass Kleve als Standort einer Hochschule in Zukunft noch viel mehr Reisende am Bahnhof empfangen wird. Sicher, ein hübscheres Interieur des Bahnhofs wäre Kleves technischem Beigeordneten zwar lieber. Aber nicht um den Preis, dass die Stadt als Eigentümer verantwortlich wäre für ein Haus, an dem mit dem Zahn der Zeit auch die Feuchtigkeit nagt.Bei der Vermarktung der leer stehenden Räume würde sich Kleve bei Bedarf beteiligen, aber mehr will die Stadt nicht tun. „Wir helfen gerne, halten uns beim Thema Bahnhof ansonsten aber im Hintergrund“, meint Rauer. Den tristen Zustand im Inneren findet er für Kleves Image nicht so gravierend. „Zum Glück ist das Gebäude von außen ja in einem guten Zustand.“

Julia Müller

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Kommentare
19.08.2010
19:34
Klever Bahnhof zu verkaufen
von Heuvens | #2

Warum sollte auch die Stadt dafür herhalten, was die Bahn versaubeuteln ließ ....?
Da kann ich die Meinung des Herrn Rauer gut verstehen.

19.08.2010
14:24
Klever Bahnhof zu verkaufen
von ForFun | #1

Na, da können die Klever sich mit ihrem Bahnhof aber noch glücklich fühlen! Wenn sie mal was richtig Krasses erleben wollen, dann kommen Sie doch mal nach Schwelm, natürlich mit der Bahn. In der Bahnhofshalle wird ihnen vor lauter Dreck, Urin und Gestank das Frühstück aus dem Gesicht fallen. Der Bahn ist das aber wurscht, und die Stadt hat wohl auch andere Sorgen. Kann man nix machen, oder so.

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