Kleve von einer anderen Seite erleben

Stadt- und Themenführungen in Kleve: Wiltrud Schnütgen, Birgit von den Boom, Gabi Habersetzer, Martina Gellert (Stadtmarketing)
Stadt- und Themenführungen in Kleve: Wiltrud Schnütgen, Birgit von den Boom, Gabi Habersetzer, Martina Gellert (Stadtmarketing)
Foto: NRZ/Kleve
Was wir bereits wissen
Wiltrud Schnütgen, Birgit van den Boom und Gabi Habersetzer bieten 21 verschiedene Stadtführungen für Kleve an

Kleve..  Die Schwanenstadt von einer anderen Seite erleben und bisher unbekannte Orte entdecken – diese Möglichkeit bieten die 21 Stadt- und Themenführungen, die ab April starten. Den Pfaden der Schmuggler im Reichswald folgen, mehr über Künstler und alt eingesessene Klever Familien erfahren oder wilde Kräuter kosten – die Stadführerinnen Wiltrud Schnütgen, Gabi Habersetzer, Birgit van den Boom und ihre Kollegen haben sich einiges einfallen lassen. „Nicht nur Touristen, auch Klever lernen ihre Stadt neu kennen“, sagt die erfahrene Stadtführerin Wiltrud Schnütgen.

20 bis 30 Personen

Seit 1996 bringt sie Touristen wie Einheimischen die Stadtgeschichte näher. Mit Führungen in der Schwanenburg hat alles angefangen – und das bis heute 50 bis 60 Mal im Jahr. „Ich bin immer wieder überrascht, wenn 20 bis 30 Personen zu einer Führung erscheinen“, so Schnütgen. In ihren Führungen lässt sie die Teilnehmer auch einen Blick in Räume werfen, die sonst für die Öffentlichkeit nicht zugänglich sind, wie der Speicher. Weitere Führungen sind dazu gekommen. So macht sie auch eine 2-stündige Friedhofsführungen über den über 100-jährigen Friedhof an der Merowingerstraße.

Messerstechereien

An 20 Gräbern erzählt sie von Liebe, Ruhm und Messerstechereien und spiegelt auf diese Weise Kleves spannende Geschichte wider. In diesem Jahr neu: eine Führung durch Kleves unterirdische Gänge. „Bei vielen meiner Führungen wurde mir die Frage, nach einem unterirdischen Gang vom Amphitheater bis zur Schwanenburg gestellt“, erzählt Schnütgen.

Diese Frage sei der Anlass für sie gewesen eine neue Führung auszuarbeiten. Noch ist sie nicht ganz fertig. „Ich versuche noch Schlüssel zu Kellern und Gängen zu bekommen“, lacht die Stadtführerin. Sie wolle nicht nur Gänge aus dem Mittelalter zeigen, sondern auch aus dem 17. Jahrhundert und dem 2. Weltkrieg. Im August können sich Interessierte mit Ihr in den Klever Untergrund begeben.

Hören, riechen, schmecken, fühlen, sehen – alle Sinne spricht Gabi Habersetzer mit ihrer Führung durch den Forstgarten an. Die Knospen der Brombeere oder die jungen Blätter der Goldnessel lässt sie die Teilnehmer probieren.

Angezogen wie eine einfache Kräuterfrau berichtet sie über die heimischen Wildkräuter, erläutert ihre heilsame Wirkung und gibt Tipps wie man sie auch heute noch in Salaten, Aufläufen oder Tees zubereiten kann.

Barockes Gewand

Birgit van den Boom wirft sich für ihre Führung im April in Schale. Als Louise Henriette von Oranien im barocken Gewandt nimmt sie die Teilnehmer mit auf eine Reise ins Kleve des 17. Jahrhunderts. „Die Veränderungen dieser Zeit prägen unser heutiges Stadtbild“, so van den Boom. Tief in den Reichswald geht es bei ihrer zweiten Führung. Bei einem Spaziergang durch den Forst erzählt sie wahre Schmugglergeschichten und lässt die Teilnehmer daran Teil haben, wie Tabak, Tee, Kaffee, aber auch Drogen ihren Weg über die Grenze fanden.

Wer sich für die Führungen interessiert, der muss sich zuvor anmelden. Übrigens: Führungen findet auch bei zwei Teilnehmern statt. Wer mehr wissen möchte, der findet alle Führungen und die wichtigsten Informationen auch in dem Programm, das in der Tourist-Info, im Bürgerbüro und in der Volkshochschule (VHS) ausliegt.