Kitazahlen im März für den Kreis Kleve

Jedes Kind hat im Kindergarten einen eigenen Kleiderhaken – doch was passiert, wenn Eltern ohne Glück einen Betreuungsplatz suchen. Wird dann ein eigener Kleiderhaken eingeklagt, weil das Urteil des Leipziger Landgerichts andere animiert, einen Platz einzuklagen – beziehungsweise Entschädigung für den Verdienstausfall?
Jedes Kind hat im Kindergarten einen eigenen Kleiderhaken – doch was passiert, wenn Eltern ohne Glück einen Betreuungsplatz suchen. Wird dann ein eigener Kleiderhaken eingeklagt, weil das Urteil des Leipziger Landgerichts andere animiert, einen Platz einzuklagen – beziehungsweise Entschädigung für den Verdienstausfall?
Foto: WAZ Fotopool
Was wir bereits wissen
700 Tagesmutterplätze sind aktuell frei

Kreis Kleve..  In Goch fehlen derzeit 100 Kita-Plätze für Über-Dreijährige und nochmal für 100 jüngere. Um nur die Überdreijährigen mit einem Platz zu versorgen, braucht es mindestens eine neue Kita mit vier Gruppen. Ein reines Gocher Problem muss das nicht sein, schließlich gilt der Rechtsanspruch auf Betreuung seit 1. August 2013 überall.

Ob auch die elf vom Kreisjugendamt verwalteten Kommunen mit einer Anmeldeflut zu rechnen haben, die rasches (Aus-)Bauen nötig macht, zeigt sich erst auf der Jugendhilfeausschusssitzung am 11. März (vier Tage vorm Abgabestichtag der Anmeldungen ans Landesjugendamt, um Fördermittel pro Kind zu erhalten). „Noch liegen keine Zahlen vor, da das Anmeldeverfahren noch in vollem Gange ist. Derzeit werden die Wünsche der Eltern ausgewertet und Gespräche in den elf betreuten Kommunen geführt, beispielsweise um Doppelanmeldungen zu klären“, sagt Kreissprecherin Ruth Keuken.

Leipzig muss Verdienstausfall zahlen

Für Jüngere gibt es aber auf jeden Fall einen Betreuungspuffer. „Derzeit gibt es ein höheres Angebot an Tagespflegeplätzen als seitens der Eltern nachgefragt wird. Von den rund 1000 Plätzen sind derzeit unverändert etwa 300 besetzt“, sagt Keuken. Zudem verweist sie auf die seit Jahren fortgeführte „vorausschauende Kindergartenbedarfsplanung“, die derzeit bis 2019 reicht. Jährlich erfolge eine Fortschreibung, die demografische Entwicklungen (z.B. die Zahlenstärke der künftigen Kindergartenkinder) sowie bekannte Elternwünsche berücksichtige.

Trotz der Planung ist aber klar, dass nicht für alle rechnerisch möglichen Anmeldungen Plätze vorgehalten werden und somit kurzfristiger Handlungsdruck durchaus entstehen kann. Vor allem angesichts der jüngsten Rechtsprechung. Das Leipziger Landgericht hat letzten Montag geurteilt, dass die Stadt Leipzig den Verdienstausfall von drei Müttern zahlen muss, die keinen Betreuungsplatz für ihre Kinder gefunden hatten. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, erhöht aber den Druck in den Kommunen massiv.