King Kong auf dem Schulhof

Die 37 Kinder stimmen darüber ab, welche Skulptur auf ihrem Schulhof gebaut werden soll.
Die 37 Kinder stimmen darüber ab, welche Skulptur auf ihrem Schulhof gebaut werden soll.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Damit in den Sommerferien Kinderhände eine Sitzskulptur für ihre Willibrordschule zimmern können, wurden die Ferien zum Kneten genutzt

Kleve-Kellen..  Eigentlich sind Osterferien und das Foyer der Willibrordschule müsste wie ausgestorben sein. Doch es ist voller Leben.

37 Kinder im Alter von sechs bis elf Jahren sind nicht etwa zu Hause und hocken vor dem Fernseher oder spielen Computer, sondern machen Kunst. Die Gocher Künstlerin Nicole Peters entwirft gemeinsam mit den Kindern eine Sitzskulptur. Wie diese aussehen soll, dürfen die Kinder ganz alleine entscheiden – beim Kunstprojekt in Zusammenarbeit des Offenen Ganztages und des Berufsverbandes Bildender Künstler (BBK).

Etwas zum darauf sitzen

Ein Tier sollte es sein – so viel stand von Anfang an fest. Dann wurden Bücher gewälzt und Bilder gesucht. Aus Ton modellierte jedes Kind eine kleine Tierfigur. In der Gruppe diskutierten sie darüber, welche Tiere besonders schön und interessant sind. Hund, Alligator, Frosch, Gorilla, Löwe und Pferd – das waren die Favoriten.

Nicht mehr alleine, sondern in kleinen Gruppen machten die Kinder aus den Favoriten größere Skulpturen. Dabei durfte eine Frage nicht vergessen werden: Wo kann ich mich draufsetzen? Denn in den Sommerferien werden die Kinder auf dem Schulhof eine Skulptur bauen, auf der ihre Mitschüler sitzen, klettern, spielen können – praktisch eine ausgefallene Bank .

„Ich habe mich dafür auf den Boden gelegt“, erzählt Zidan Dinc, der in die 3. Klasse geht. Gemeinsam mit Jasmin Güdden und Ben Bockermann hat er einen Affen modelliert.

„Die Kinder waren nicht zu bändigen. 80 Kilogramm Ton haben sie verarbeitet“, erzählt die Künstlerin. Dabei seien sie richtig konzentriert ans Werk gegangen, lobt Peters. Die Arbeit mit den Kindern mache ihr selbst großen Spaß.

Lernen, was Demokratie heißt

Während des gesamten Projekts wird alles gemeinsam entschieden. So auch, welches der Tiere für eine große Skulptur auf dem Schulhof ausgewählt wird. Zettel wurden verteilt und jedes Kind durfte seine Stimme abgeben. „Und denkt daran, dass egal was jetzt gewählt wird, das bauen wird dann auch“, sagt Nicole Peters vor der Wahl.

Insgesamt drei Durchgänge hat es gedauert bis der Sieger feststand: Die Nummer 4. Mit 17 Stimmen hat der Gorilla von Zidan, Jasmin und Ben das Rennen gemacht. Die Freunde und der Jubel waren groß.

Als nächstes rechnen die Kinder aus, wie groß das Original werden muss. Danach wird es mit Styropor nachgebaut. Und in der 4. und 6. Sommerferienwoche geht’s dann richtig ans Eingemachte.

Aus Beton, Glasfasern und Fliesen entsteht dann die Sitzskulptur. „King Kong soll sie heißen“, sagt Zidan.