Kinderpflege: Das Verwaltungsgericht prüft noch einmal

Kleve..  Die Auseinandersetzung zwischen der Großtagespflege für Kinder „Shijo Kingo“ in Kellen und der Stadt Kleve geht weiter. Das Verwaltungsgericht Düsseldorf hat nun für eine Überprüfung der städtischen Entscheidung weitere Unterlagen beim Rechtsanwalt Mark Anker angefordert. Noch Ende der Woche soll das Gericht entscheiden.

Derweil reagierte der Geschäftsführer der Einrichtung, Epiphane Teko, gestern mit einer Presseerklärung auf die Ankündigung der Stadt Kleve, Strafanzeige gegen Teko zu stellen. Wie berichtet, wurden auf der Pressekonferenz vergangene Woche schwere Vorwürfe gegen das Handeln der Stadt erhoben.

In seiner Erklärung schreibt Teko, dass die Stadtverwaltung Kleve ihre Informationen über „erzieherische Methoden“ bei Shijo Kingo „ausschließlich aus den Aussagen von ehemaligen Mitarbeiterinnen beziehe [...] und nicht aus dem eigenen Augenschein.“ Entlastende Aussagen der Eltern seien nicht gewürdigt worden, so Teko.

Dem widersprach gestern der städtische Rechtsdirektor Wolfgang Goffin auf NRZ-Anfrage: „Es ist nicht zutreffend, dass wir den Sachverhalt nicht klären wollen“. Der Stadt liegen vielmehr zehn bis 15 Erklärungen von Eltern über die Arbeit von Shijo Kingo vor. Darunter seien auch einige, die die Vorwürfe bestätigten würden. Andere gaben hingegen an, dass sie keine Unregelmäßigkeiten bemerkt hätten. „Die Stadt ist auch entlastenden Aussagen nachgegangen“, so Goffin.

Was den Betreuungsschlüssel angeht, schreibt Teko, dass der konzeptionelle Standard von Shijo Kingo mit festangestellten Mitarbeitern auf die Empfehlung des Jugendamtes selbst zurück gehe. „Nur auf diese Weise kann eine unterbrechungsfreie Betreuung der Kinder garantiert werden“, so Teko. Goffin verweist darauf, dass zu viele Kinder für das vorhandene Pflegepersonal in der Einrichtung gewesen seien.