Das aktuelle Wetter Kleve & Region 11°C
Klartext

Kies in bewährten Händen

17.03.2008 | 00:02 Uhr

Die Firma Maes-Roeloffs und die Putmann-Gruppe sollen auch in kommenden Jahren am Ball bleiben.

Kiesabbau in Kalkar hat Tradition. „Schon vor über 100 Jahren wurde hier gegraben”, weiß Stadtbaurat Frank Sundermann. Damals wie heute benötigt man das Material für den Straßenbau, zur Beton-Herstellung und für vieles mehr. Ob die Niederländer bereits anno dazumal im Geschäft waren, ist nicht klar. Klar ist aber aus städtischer Sicht: Die Unternehmen Maes-Roeloffs (Birgelfeld) und die Putman-Gruppe (Wisseler See), die beide schon seit Jahren auf Kalkarer Stadtgebiet tätig sind, sollen das auch die nächsten Jahre tun dürfen. „Wir wollen den Unternehmen nicht die wirtschaftliche Grundlage entziehen”, sagt Sundermann – vorausgesetzt, sie präsentieren „ein nachhaltiges Folgenutzungs-Konzept mit gesellschaftlichem Mehrwert”. „Ansonsten werden wir, mal abgesehen von einer möglichen Deichvorland-Auskiesung, keine weiteren Baggerlöcher mehr akzeptieren”, fügt er hinzu.Im Prinzip steht Kalkar damit voll hinter der Linie des Kreises Kleve, der überhaupt keine Sondierungsflächen (siehe Box) ausgewiesen sehen möchte. Anders als die Bezirksregierung. Die hatte im Herbst letzten Jahres auch auf Wunsch der Kiesindustrie Sondierungsflächen im Rahmen der 51. Änderung des Gebietsentwicklungsplanes geplant, auch auf dem 88 Quadratkilometer großen Kalkarer Stadtgebiet. „Im ersten Entwurf hätte es auch in Niedermörmter, westlich von Wissel und in Emmericher Eyland Auskiesungsflächen geben können”, sagt Sundermann. Bis auf Wissel seien die Flächen im gerade vorgelegten 2. Entwurf nicht mehr zu finden. Emmericher Eyland übrigens deswegen nicht mehr, weil dorthin der Segelflugplatz verlagert werden soll. Und Wissel, so Sundermann, soll ebenfalls noch raus aus dem Entwurf. Doch Kalkar hat eigene Vorstellungen, etwa im Birgelfeld. Hier möchte das niederländische Kiesunternehmen zur bestehenden 47 Hektar großen Fläche, die noch bis Ende 2009 reicht, weitere 50 Hektar als Abgrabungsfläche genehmigt bekommen. Düsseldorf will aber nur die Hälfte akzeptieren. „Was auch nicht schlimm wäre, weil das kürzlich von Maes-Roeloffs vorgestellte nachhaltige Projekt auch dann noch realisiert werden könnte”, weiß der Stadtbaurat. Die Firma möchte im Birgelfeld hochwertiges, attraktives Wohnen auf und am Gewässer ermöglichen, und zwar mit „innovativen und ökologisch hocheffizienten Energiesystemen”. Für Wissel, die älteste Kalkarer Abgrabungsfläche, sieht's im Prinzip ähnlich aus. Zwar liegen der Stadt „noch keine abgestimmten Erweiterungsunterlagen seitens der Putman-Gruppe vor, die noch einige Jahre im genehmigten Areal arbeiten kann”, so Frank Sunderman. Aber es ist kein Geheimnis, das sich die Firma in Richtung Wunderland entwickeln möchte. „Was ja mit Blick auf eine städtebauliche Weiterentwicklung in Sachen Tourismus und Freizeit Sinn machen würde”, meint Sundermann. Der nicht nur was Wissel betrifft die Politik hinter sich weiß.Bis Ende 2008, glaubt der Stadtbaurat, wird die Bezirksregierung bzw. der Regionalrat in Sachen Sondierungsfläche wohl eine Entscheidung treffen. Die Ausgrabungen Birgelfeld und Wissel müssten mit entsprechenden nachhaltigen Konzepten gute Chancen haben. Für die von der Stadt Kalkar befürwortete, gut 245 Hektar umfassende Auskiesung des Deichvorlandes dürfte es eher schlecht aussehen. Und das nicht nur, weil Emmerich „wegen der gerade auch mit Landesmitteln fertiggestellten Uferpromenade große Bedenken geäußert hat”, heißt es. Kiesbagger direkt gegenüber der Stadt wären unerwünscht. Aber auch die Bezirksregierung steht diesem Projekt ablehnend gegenüber.

Wolfgang Remy

Facebook
 
Kommentare
17.03.2008
11:39
Kies in bewährten Händen
von Norbert van de Sand | #1

Mehr zum Thema Auskiesung im Birgelfeld findet man unter: www.hoennepel.de

Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1527268/create

Aktuelle Fotos und Videos
Landtagwahl in Kleve
Bildgalerie
Fotostrecke
Wallfahrt
Bildgalerie
Öffnung der Basilika
Streetdance
Bildgalerie
Kreismeisterschaft
Großbrand in Goch
Bildgalerie
Nähr-Engel
Aus dem Ressort
Das Freibad soll verkleinert werden
Freizeit
Welchen Weg nimmt das Klever Hallenbad? Sowohl das Bad am Königsgarten als auch das Freibad am Sternbusch stehen auf dem Prüfstand.
Wo bleiben die Bagger auf dem ehemaligen NHG-Gelände?
Einzelhandel
In Kalkar schwindet der Glaube an die Realisierung des Fachmarktzentrums.
Foto 2 Kommentare 2