Kevelaerer will Freispruch

Kevelaer/Kleve..  Wie berichtet sitzt seit Dezember ein Kevelaerer Geschäftsmann in Hagen in U-Haft, weil er mit drei anderen Männern am 3-Tonnen-Mariuhanafund (dem größten, den das Zollfahndungsamt in Essen in den vergangenen zehn Jahren gemacht hat), beteiligt sein soll. Gut 4000 Blatt Papier an Ermittlungsunterlagen muss sein Anwalt Harald Gruhn vom gleichnamigen Klever Anwaltsbüro nun durcharbeiten. Bei einer derart langen Ermittlungszeit sei die Datenmenge nichts ungewöhnliches, erklärt Gruhn hierzu. Weil die Untersuchungen aber noch nicht abgeschlossen sind, wird der Unterlagenberg noch weiter wachsen.

Das Ziel skizziert Gruhn deutlich: Der in U-Haft-Sitzende Kevelaerer halte sich selber für unschuldig und will einen Freispruch erkämpfen, sagt Gruhn, der in regelmäßigem Kontakt mit dem Kevelaerer Geschäftsmann steht: „Die Hoffnung ist da, dass er freigesprochen wird.“

Hauptverhandlung etwa ab Juni

Für die Zeit Mai/Juni rechnet der Anwalt mit dem Beginn der Hauptverhandlung. Kurz zuvor sollte es die Anklageschrift geben. Weil sein Mandant aber bereits wochenlang in U-Haft sitzt, wird wohl früher gehandelt: „Eine Haftprüfung ist geplant.“

Die Geschäfte des Kevelaerers, der mit mehreren GmbHs am Niederrhein auf dem Markt ist (wir berichteten), ruhen derzeit. Was für die wirtschaftlichen Abläufe „nicht unbedingt gut“ sei, so Gruhn. Der Kevelaerer soll, so der Vorwurf der Ermittler, Geschäftsbereiche seiner Unternehmen für die Verdeckung der Drogengeschäfte genutzt habe.

Mit der Haftprüfung steht auch die Hoffnung im Raum, dass die U-Haft aufgehoben wird. Untersuchungshaft wird regelmäßig angeordnet, wenn Fluchtgefahr besteht oder die Sorge, dass Beweise vernichtet werden könnten.