Kerzen am Adventskranz lösten tödliches Feuer in Kleve aus

Bei dem Brand in dem Einfamilienhaus sind zwei Kinder ums Leben gekommen.
Bei dem Brand in dem Einfamilienhaus sind zwei Kinder ums Leben gekommen.
Foto: dpa
Was wir bereits wissen
Brandkatastrophe trifft Familie mit elf Kindern. Neun Geschwister und die Mutter werden gerettet. Ein Adventskranz soll das Feuer ausgelöst haben.

Kleve.. Wo gestern noch Fenster waren, sind nur noch schwarze, verrußte Löcher übrig. Halb geschmolzene Rollos hängen an den Wänden. In der Einfahrt vor dem Backsteinhaus steht noch ein Kinderfahrrad. Zwei Kinder im Alter von drei und acht Jahren sind in der Nacht zum Dienstag ums Leben gekommen, als das Haus der Großfamilie in Kleve abgebrannt ist. In der Nachbarschaft herrschen Fassungslosigkeit und Entsetzen.

Seit dem Nachmittag steht fest: Ein nicht gelöschter Adventskranz hat das Feuer aller Wahrscheinlichkeit nach ausgelöst. Das teilten Polizei und Staatsanwalt in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

Um etwa 1.30 Uhr wurde die 42-jährige Mutter, die mit elf Kindern im Alter zwischen 3 und 19 Jahren in dem Haus wohnte, durch das Feuer aus dem Schlaf gerissen. Sie rief selbst die Feuerwehr. Doch zwei Kindern konnten die Rettungskräfte nicht mehr helfen. Die Überlebenden kamen mit Schocksymptomen ins Krankenhaus.

Nachbar fing zwei Kinder beim Sprung aus dem Fenster

"Der Notarzt lehnte verzweifelt an der Garagenwand. Dieses Bild bekomme ich nicht aus dem Kopf", berichtet ein Nachbarin, die von dem Unglück geweckt wurde und dann aus ihrer Küche schaute. "Gegen halb zwei habe ich Sirenen gehört. Ich sah einige Flammen, die aus den Fenstern schossen, und unvorstellbar viel Qualm."

Ihre Rettung verdanken die Überlebenden nicht nur den Rettungskräften, sondern auch dem beherzten Eingreifen einiger Nachbarn. Ein 45-Jähriger, der mit seiner Familie erst vor einer Woche in das Haus gegenüber gezogen ist, hat nach eigenen Worten zwei der Kinder bei ihrem Sprung aus dem brennenden Haus auffangen können. "Ich habe Schreie von Kindern gehört. Als ich das Feuer sah, bin ich sofort raus", berichtet er noch sichtlich geschockt. Hinter ihm hört man seinen Sohn im Flur weinen.

"Was heute Nacht passiert ist, ist schrecklich - eine Tragödie. Es sind so freundliche Leute", sagt eine andere Nachbarin leise. Unterdessen stellen zwei junge Leute vor der Einfahrt des Brandhauses zwei Grablichter auf - ein Zeichen des Gedenkens an die beiden toten Kinder und die Familie, deren Leben sich in wenigen Augenblicken in einen Alptraum verwandelt hat. (dpa)