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Keine Schulform ist Platzhirsch

08.02.2012 | 19:30 Uhr
Keine Schulform ist Platzhirsch
Foto: Johannes Kruck

Kreis Kleve.   Die heiße Phase der Schulgründungen beginnt.

Mit Urkunden ganz offiziell wurden Dienstagabend die Teams fürs Anmeldeverfahren der beiden neuen Schulformen in Kleve, Bedburg-Hau und Kranenburg ernannt. Spürbare Spannung herrscht. Auch bei der Bezirksregierung. „Wir freuen uns sehr, dass es in die heiße Phase geht. Ich werde langsam nervös“, gestand Dezernatsleiter Robert Pannasch. „Das Klever Modell ist außergewöhnlich.“ Zwar genehmigte das Schulministerium für dieses Schuljahr 50 Sekundarschulen und 21 Gesamtschulen, aber Kleve ist die einzige Stadt, die beides bekommt. Hier gebe es „noch keinen Platzhirschen und keinen Juniorpartner“, die Erfahrungen seien somit „sehr wertvoll“.

„Heterogen“, also ausgeglichen, sollen die Kinder den 13 neuen Klassen zugeordnet werden – alle Leistungsstärken, Mädchen und Jungen jeder Konfession, mit und ohne Behinderung. 13 Klassen verteilen sich: fünf parallel an der Gesamtschule Kleve, drei parallel an der Sekundarschule Kleve und je zwei an den Teilstandorten Kranenburg und Bedburg-Hau. Nur eine Sekundarschule lasse Teilstandorte in den Gemeinden zu.

Jürgen Schmitz , Dr. Rose Wecker, Jutta Biesemann, Gabriele Pieper und Frank Pieper. Foto: Johannes Kruck

An drei Informationsabenden – heute Abend der letzte in Bedburg-Hau, 19.30 Uhr in der St.-Markus-Hauptschule – wurde den Eltern nochmals versichert: „Sekundarschule ist Gesamtschule, nur ohne Oberstufe“. Aber mit der Garantie, dass jeder Sekundarschüler bei entsprechenden Noten nahtlos auf die Gesamtschul-Oberstufe weiter gehen kann, sagt Robert Pannasch, der schon Aufgaben fürs Zentralabitur mit entwickelt hat. Pädagogisch habe die „Planungsgruppe längeres gemeinsames Lernen“ alles daran gesetzt, beide Schulen gelingen zu lassen, versicherte Jürgen Schmitz, Leiter der Ganztagsrealschule und Sprecher für die Gesamtschule.

Was passiert, wenn in Bedburg-Hau oder Kranenburg nicht genügend Anmeldungen für zwei Parallelklassen (also mindestens 50) zusammen kommen? Dann werden die Eltern überredet, plant Pannasch. Gezwungen werde niemand.

Jeder Viertklässler bekommt nur einen Anmeldezettel, aber mit Erstwahl und Zweitwunsch. Zu allen Schulformen bleibe der Weg offen, auch zu Regelschulen (Realschule, Gymnasium). Nach den Anmeldungen folgen eine Koordinierungssitzung der Planungsgruppe Gesamt-/ Sekundarschule sowie am 27. Februar eine gemeinsame Sitzung aller Schulformen.

„An den neuen Klever Schulen werden wir vom ersten Tag an eine Datenbank anlegen und können so sagen, was wir aus den Kindern gemacht haben“, sagt Robert Pannasch. Bisher seien Viertklässler mit einem Notenschnitt von 2,8 mal zur Hauptschule, mal zum Gymnasium geschickt worden, je nach Rückhalt aus dem Elternhaus. Dr. Rose Wecker vom Anmeldeteam lehrt an der Anne-Frank-Gesamtschule Moers. Sie ergänzt: „Bei uns hatten 30 Prozent der Abiturienten eigentlich eine Hauptschulempfehlung.“

Astrid Hoyer-HOlderberg

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