Keine Hinterzimmerpolitik mehr

Die roten Haare lassen sie aggressiver erscheinen, als sie eigentlich ist: Bettina Trenckmann möchte Bürgermeisterin in Goch werden.
Die roten Haare lassen sie aggressiver erscheinen, als sie eigentlich ist: Bettina Trenckmann möchte Bürgermeisterin in Goch werden.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Bettina Trenckmann möchte als Bürgermeisterin Goch mehr Offenheit und mehr Bürgerbeteiligung ereichen. Die Finanzsituation gehöre auf den Prüfstand

Goch..  Sie nimmt kein Blatt vor den Mund: Bettina Trenckmann sagt, was sie denkt – auch wenn das den ein oder anderen Sozialdemokraten nicht so recht passt. „Wir brauchen eine stärkere Bürgerbeteiligung. Hinterzimmerpolitik ist nicht meine Sache“, betont die 54jährige Richterin, die jetzt für die SPD Bürgermeisterin in Goch werden möchte. Trenckmann zielt mit dieser Aussage auch auf die jüngst beschlossene Einführung der Parkgebühren: Dass die SPD gemeinsam mit anderen Parteien hinter verschlossenen Türen eine Regelung gefunden hat, ist für Trenckmann sichtlich schwer zu ertragen.

„Es gibt eine ganze Menge, das mich umtreibt: die hohe Verschuldung der Stadt, die Politikverdrossenheit bei den Bürgern, die Situation der Kinderbetreuung oder die fehlende Jugendarbeit.“ Trenckmann gewinnt den Eindruck, dass in Goch die Bürger ausgeschlossen werden, anstatt einbezogen. Der Slogan „Miteinanderstadt“ dürfe nicht nur ein Marketinggag sein, sondern müsse gelebt werden: „Wir brauchen in Goch mehr Engagement von allen mit allen. Ich will das bündeln“, sagt Trenckmann.

Die Schuldensituation der Stadt sei dramatisch. „Es ist schon erschreckend zu sehen, wie sehr sich die Finanzsituation Gochs in den vergangenen Jahr zugespitzt hat. Ohne Sparen und ohne neue Einnahmequellen wird es nicht gehen. Da müssen wir ehrlich sein.“ Trenckmann erinnert sich an die Situation der Arbeiterwohlfahrt im Jahr 2000: „Als ich damals den Vorsitz übernommen habe, waren wir fast insolvent. Wir haben konsequent und Schulden abgebaut und nur das ausgegeben,was wir uns leisten konnten. Jetzt haben wir unseren Personalbestand von 20 auf 242 Mitarbeiter erhöht und stehen auf gesunden Beinen.“ Als Bürgermeisterin möchte sie sich einen genauen Überblick über die Finanzen der Stadt machen – und dazu gehören auch fertige Jahresabschlüsse.

Bessere Jugendhilfe

Die Gocher Jugend sieht Trenckmann zurzeit auf verlorenem Posten. Mit der Schließung des Astras gebe es keine vernünftige Jugendarbeit mehr vor Ort: „Es kann doch nicht sein, dass wir die jungen Leute mit dem Schoko-Ticket nach Weeze schicken wollen, wie es der Bürgermeister vorgeschlagen hat.“ Trenckmann wünscht sich eine aufsuchende Jugendarbeit,einen Streetworker, der mit den Jugendlichen neue Angebote entwickelt. Das bisherige Angebot im Astra sei nicht zufriedenstellend.