Keine Ferien-Verlängerung
12.08.2009 | 00:02 Uhr 2009-08-12T00:02:00+0200Kreis Kleve. Am Montag geht die Schule wieder los. Mit Seifenspendern und Papierhandtüchern in den Klassenräumen.
Seit gestern Nachmittag ist die Vorfreude auf längere Sommerferien dahin: Trotz weiterhin grassierender Schweinegrippe bleibt alles beim Alten. Und damit vor allem beim Schulstart am kommenden Montag, 17. August.
Ein Oberstudienrat eines Klever Gymnasiums hatte gestern Mittag das Hin und Her aus dem Düsseldorfer Gesundheitsministerium gar nicht so recht verfolgt. Auf die dann erfolgte Entscheidung der Expertenkommission angesprochen, meinte er, dass es so für ihn als Lehrer und seine Kollegen schon die bessere Lösung sei. Ohnehin müsse man damit rechnen, dass in der kommenden Woche einige Schüler fehlten. Wäre es aber zu verlängerten Sommerferien gekommen (von etwa einer Woche), dann sei die Wahrscheinlichkeit groß gewesen, dass wiederum das NRW-Schulministerium diese Woche von den Herbstferien im Oktober abgezogen hätte.
Schüler und Lehrern hätte aber auch den Verlust dieser einen Unterrichtswoche im weiteren Jahresverlauf zu spüren bekommen. Für die kommende Woche seien bereits Prüfungen zur Qualitätssicherung vorgesehen, die jetzt natürlich wie geplant stattfinden könnten. Bei den öffentlichen Verwaltungen, in den kommunalen oder kirchlichen Kindergärten hatte man sich ohnehin auf die angesagten Hygienstandards seit einiger Zeit eingestellt, Papierhandtücher und Seifenspender gehörten da schon immer zur Ausstattung, so Horst Cronenberg von der Klever Stadtverwaltung.
Für die Kreisverwaltung konnte Sprecher Eduard Großkämper gestern kreisweit 66 Schweinegrippefälle melden, ein junger Mann aus Geldern war seit Montag dazu gekommen. Auch er hatte sich vermutlich in Spanien angesteckt. Die Zahl der Fälle hatte sich damit nicht wesentlich erhöht. Auch die Schüler an den berufskollegs in Kleve und Geldern werden am Montag aus den Ferien zurückkommen. Da der Kreis bereits vor einer Woche Anweisungen zum Hygienschutz an Schullleiter herausgegegeben hatte, gab es gestern keinen weiteren Handlungsbedarf.
Für den ersten Schultag gerüstet ist unter anderem die Hauptschule der Stadt Kalkar. Direktor Norbert Heidemann hat Elternbriefe vorbereitet, in denen die außergewöhnlichen Maßnahmen aufgelistet werden: „Beispielsweise sind in jeder Klasse Seifenspender und Papierhandtücher zu finden”, so Heidemann. Zudem sollen Schüler und Lehrer beim Auftreten erster Grippesymptome zuhause bleiben, fordert das Düsseldorfer Gesundheitsministerium. Am Freitag werden am Klever Konrad-Adenauer-Gymnasium die Vorkehrungen besprochen. „Sachlich, ohne Panik zu verbreiten”, erklärte Claudia Schweizer, die stellvertretende Schulleiterin.
Die Stadt Goch fragte den Bedarf an Hygienartikeln bei ihren Schulen ab. Daraufhin standen auf dem Einkaufszettel: 96 Kartons mit je 5000 Blatt Einwegpapier und 340 Seifenspender. Zudem: Mundschutz und Desinfiktionsmittel im Sekretariat.
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