Kein Verständnis

Kleve..  Die Erzieherinnen in Kleve lassen sich von den aufkommenden Eltern-Beschwerden nicht beeindrucken. Gestern Abend demonstrierten sie vor dem Haupt- und Finanzausschuss in der Klever Stadthalle erneut für eine gerechtere Entlohnung. Einrichtungsleiterin Carmen van der Louw (Kita Zauberfarben Kellen) nutze die Chance, um mit Politikern des Stadtrates zu sprechen. Auf einem Flugblatt forderten die Erzieherinnen eine bessere Bezahlung, schnellere Besetzungen von Stellen bei Krankheit und Mutterschutz. Auch die Kita-Gebühren sollten nicht erhöht werden.

Derweil sind die Eltern immer stärker gereizt: „Zuerst haben viele Eltern noch Verständnis gehabt, aber diese Phase ist vorbei. Vier Wochen ,überbrücken’ – das geht eigentlich gar nicht“, sagt eine Mutter. Schon die ganz Kleinen wissen was läuft. Lena zum Beispiel, die nicht ihr „Kleeblatt“ in Reichswalde besucht, sondern die Notgruppe im „Morgenstern“ Materborn. Nur 25 von insgesamt 250 Kindern, die städtischen Kitas besuchen, können überhaupt provisorisch betreut werden. Alle anderen Väter und Mütter müssen sehen, wie sie die Betreuung geregelt kriegen. Oft ein Kraftakt und ganz besonders schwierig für alle Alleinerziehenden. Christina Piron, Lehrerin in Elternzeit, erklärt: „Besonders kränkt mich, dass wir Eltern so hingehalten werden.“ Für die Sichtweise der Gewerkschaft hat Piron kein Verständnis mehr. „Die ist mir zu wenig kooperativ.“

Für die paar Euro, die der Streik vielleicht bringe, haben Familien wochenlang leiden müssen, meint sie.