Kehrum soll wieder zu Appeldorn gehören

Kalkar..  Paul Bienemann nannte es im Bauausschuss euphorisch einen „Genie-Streich“, um so ein Sterben der Ortsteile zu verhindern. Nach dem Willen des SPD-Politikers soll sich die Stadt dafür stark machen, dass die Ortsteile Appeldorn und Kehrum zusammen wachsen. Dadurch, so Bienemann, würde Appeldorn wieder über 2000 Bürger zählen und dürfte dann künftig weitere Baugebiete ausweisen.

Hintergrund für den Antrag, den die SPD in Kürze im Rat stellen will, ist der neue Regionalplan-Entwurf, früher Gebietsentwicklungsplan. Der Entwurf hatte bis vor kurzem vorgesehen, dass Gemeinden unter 2000 Einwohnern keine neuen Baugebiete für Auswärtige, sondern nur noch für den Eigenbedarf bereitstellen dürfen.

Laut Stadtoberbaurat Frank Sundermann sei das geändert worden, diese Vorgabe stünde so nur noch im Landesregionalplan. „Jetzt muss nach dem Regionalplan-Entwurf aber belegt werden, dass der Siedlungsbereich etwa über eine entsprechende Infrastruktur und ein gewichtiges Gewerbegebiet verfügt.“ Das nachzuweisen sei ebenfalls sehr schwer. Der Ausschuss einigte sich schließlich darauf, dass sich die Stadt in ihrer Stellungnahme zum Regionalplan-Entwurf auf jeden Fall für mehr Baugebiete einsetzt.

Als „unrealistisch“ beurteilte Sundermann den Vorschlag von Hermann Untervoßbeck (Forum), die beiden Ortsteile einfach baulich zusammen zu führen – auch mit Blick aufs Gewerbegebiet. Die beiden Siedlungsbereiche liegen gut zwei Kilometer auseinander, dazwischen befindet sich Natur. „Ein solcher Antrag ist mit Blick auf die städtebauliche Entwicklung nicht zu begründen – und hat so keine Aussicht auf Erfolg“, sagte Sundermann.

Nicht akzeptieren will die Stadt zudem, dass die Bahntrasse, obwohl schon lange entwidmet, immer noch im Entwurf des Regionalplans auftaucht. Sundermann: „Die Trasse muss gestrichen werden. Sie behindert so nur eine sinnvolle Stadtentwicklung.“