Kasperletheater um Bürgermeisterposten

Petra Rinke und Jakob
Petra Rinke und Jakob
Foto: eve
Was wir bereits wissen
Bei den Schildbürgern setzten Mutter und Sohn Rinke wieder auf lokale Themen und begeisterten das Publikum. Aber auch starke Tanzformationen sorgten für einen gelungenen Abend

Kleve..  Lokalkolorit macht den Bänkelgesang von Sitzungspräsidentin der Schildbürger, Petra Rinke, und ihrem nunmehr bühnenerfahrenen Sohn Jakob aus. Das zieht. Sie nahmen die Geschehnisse in der Schwanenstadt gehörig auf das närrische Korn und ernteten begeisterten Applaus. Nicht nur, als sie über die jüngsten Geschehnisse um die Nachfolge – oder auch nicht – von Bürgermeister Theo Brauer vom närrischen Leder zogen, gab es am Ende verdiente Standing Ovationen für das Duo.

Nee, dat is nicht schön

„Nee, dat is nich schön, so etwas hat ganze Kleve noch nicht gesehen“, sangen sie über das „Kasperletheater“ zur Bürgermeisterkandidatur. Die Bänkelsänger, ein spitzen Beitrag bei der Prunksitzung der Klever Schildbürger, bei der die bunte Kostümierung der karnevalistischen Besucher zur guten Tradition gehört.

Doch hatten zunächst die Schildakröten, das jüngste Eigengewächs der 1979 gegründeten Gesellschaft, das närrische Eis in der Klever Stadthalle gebrochen und neben Petra Rinke, der bestens aufgelegten Sitzungspräsidentin, den bunten Abend voller Unterhaltung in der Klever Stadthalle eröffnet. Der lang anhaltende Beifall war der schönste Lohn für die Jüngsten, die das gute gelaunte Narrenvolk noch mit einem Showtanz als „Tinkerbell“ erfreute. Die Schilda Kings und der Showtanz der Schilda-Teenies, die als Schornsteinfeger über die Bühne fegten, waren ebenfalls gelungene Darbietungen aus den Reihen der Klever Schildbürger. Ihrem Namen alle Ehre machten wieder die tanz-mutigen verrückten Mamas: „Crazy Mamaaas“. Mit Udo Jürgens’ Kult-Hit „Aber bitte mit Sahne“ eroberten die Frauen die Bretter. Die Männer ließen sich nicht lange bitten. Das Männerballett „King of Hearts“, die sich als Indianer verkleidet hatten, überzeugte auf der ganzen Linie. Stark in Szene setzte sich die Tanzformation „elipse“. Erst im Mai vergangenen Jahres war diese Gruppe aus den Reihen der Schildbürger aus der Taufe gehoben worden, die als „elipce police department“ die Gäste verzauberte.

Frauentanz und Männertanz

Doch nicht nur tänzerisch hatten es die Schildbürger drauf. Die 13-jährige „Göre“ Alicia Janssen, die als Nachwuchstalent die Bütt betrat hielt eine tollen Vortrag frei gesprochen, ohne Manuskript. Längst hatte sie die Barbie-Puppen zur Seite gelegt und war nun auf der Suche nach einem Jungen. Dass ihr Vater für sie einmal der schönste Mann gewesen sei, könne sie sich heute nicht mehr erklären. „Nie und nimmer kommt ein Mann wie Papa in mein Zimmer“, so die kesse Göre, die für manche Lachsalven sorgte. Verdienter Beifall für einen gelungenen Vortrag.

Den gab es auch für den Stammgast der Schildbürger, Petra Dersch, deren Attacken auf das närrische Zwerchfell nicht aufhören wollten. Ebenso hatten es das Zwiegespräch zwischen Christa Joosten und Beatrix Berns-Lüdemann oder die Bütt von Achim Verrieth als „letzter Kapper vor der Grenze“ in sich.

Gleichfalls gekonnt die „Störung“ der bestens aufgelegten Sitzungspräsidentin, auf die Gastrednerin Hilla Heien noch einen Gag drauf setzte. Dass auch das Nachbarland Holland „Wiesenmusik“ kann, bewiesen die Power Buam.

Und dass er Karneval kann, stellte er einmal mehr in der Klever Stadthalle unter Beweis: Prinz Michael der Rhythmische, dem mit seiner Garde ein furioser Empfang bereitet wurde. Getreu dem Motto „Partytime is in“, läutete Verena Lauff das Finale einer kurzweilig, fröhlichen Schildbürgersitzung ein, die den feierwilligen Besuchern viel Freude gebracht hatte.