Kalkarer ist bester Schornsteinfeger

Foto: van Offern, Markus (mvo)

Kalkar / Kleve..  Dem Chef von Lutz Langmann-Thomas passiert es fast täglich. „Es gibt immer wieder Leute, die den Schornsteinfeger berühren oder an seinen polierten Knöpfen drehen wollen“, berichtet Franz-Josef Schoofs. Der Klever Schornsteinfegermeister wurde sogar öfter aufgefordert, doch mal die Lottozahlen des nächsten Wochenendes voraus zu sagen.

Der Glaube sitzt offenbar tief, dass die Schornsteinfeger Glück bringen. Und gerade rund um den Jahreswechsel sind die schwarzen Männer dabei besonders gefragt. Schließlich kann jeder viel Glück im neuen Jahr gebrauchen.

Sollte das Glück mit dem Können des Schornsteinfegers zusammen hängen, dann wäre Lutz Langmann-Thomas vermutlich das personifizierte Glück. Der 19-Jährige wurde gerade zum Bundessieger gekürt. Beim Leistungswettbewerb der deutschen Handwerkjugend sicherte er sich den Sieg.

Das wiederum hatte dann nicht mit Glück, sondern dem Können des Kalkarers zu tun. Er setzte sich in den praktischen Prüfungen an mehrere verschiedenen Stationen gegen sieben Konkurrenten durch.

Dabei ging es unter anderem darum, eine Lüftungsanlage und eine Feuerstätte zu überprüfen. Bei diesen Aufgabenstellungen war der junge Mann aus Kalkar nicht zu schlagen.

Sich ausgerechnet für den Beruf eines Schornsteinfegers zu interessieren, ist für Jugendliche nicht alltäglich. Für Lutz Langmann-Thomas stand der Berufswunsch allerdings bereits früh fest. „Ein Bekannter von mir ist auch Schornsteinfeger und hat die Begeisterung für den Beruf bei mir geweckt“, erzählt der 19-Jährige.

Der Jugendliche wollte dann direkt sehen, was ein Schornsteinfeger denn so zu tun hat und absolvierte ein Praktikum in Xanten. „Das hat mir super gefallen und danach stand für mich fest, dass ich unbedingt Schornsteinfeger werden will.“ Natürlich habe er von Anfang an gewusst, dass er dabei keine Höhenangst haben darf. Aber das sei nie ein Problem gewesen, lacht der junge Mann.

Bei Josef Gietemann in Kleve begann er die Ausbildung und wechselte dann zum Betrieb von Christof Haarhoff und Franz-Josef Schoofs. Das Unternehmen ist mittlerweile einer der größten Schornsteinfegerbetriebe. Es ist kürzlich auch erst mit dem Hochschulpreis Rhein-Waal ausgezeichnet worden.

Beruf weiter empfehlen

Ohnehin scheinen Haarhoff und Schoofs eine gute Adresse für Auszubildende zu sein. Denn schon im letzten Jahr stellte das Unternehmen einen Bundessieger.

Lutz Langmann-Thomas will im kommenden Jahr die Meisterschule besuchen und danach „weiterschauen“, wie er sagt. Auf jeden Fall würde er anderen jungen Leute sofort empfehlen, diesen Beruf zu ergreifen. „Der ist unheimlich vielseitig. Man hat viel mit Leuten zu tun und bekommt Einblicke in ganz viele Bereiche.“ Und Überblick sowieso.

Zudem ist der Schornsteinfeger- Beruf in der Öffentlichkeit positiv besetzt. Auch das merkt sein Chef immer mal wieder. „Ich muss immer aufpassen, dass ich nicht in Arbeitskleidung an einer Hochzeit vorbeikomme, denn sonst bin ich kurze Zeit später sofort von den Gästen umringt und muss mitmachen“, berichtet Schoofs schmunzelnd. Ein Glücksbringer.