Jeckes Studentenfieber
15.02.2010 | 18:17 Uhr 2010-02-15T18:17:00+0100
Kleve. Freie Fahrt auf den Straßen in Kellen am Rosenmontag um 11.11 Uhr. Dafür knubbelte es sich janz jeck in der Oberstadt. Genauer gesagt ab der Materborner Allee. Schließlich ging es für die Narren-Karawane erstmals bergab und nicht wie seit Jahren bergauf.
"Ohne ins Schliddern zu geraten”, sagte Rolf Görtz vom Klever Rosenmontagskomitee (KRK). Den Umweltbetrieben sei Dank! Klar im Vorteil waren bei fröstelnden Temperaturen Kostüme mit „viel-drunter-pack-Möglichkeit”. Lebendige Spielkarten, gestiefelte Kater, zweibeinige Löwen, Tiger oder venezianische Damen mit blauen edlen Kostümen zogen durch die Stadt. Letztere kamen nicht etwa aus Italien, sondern aus Griethausen vom Frauenchor Harmonie.
Bereits vor dem offiziellen Startschuss des Rosenmontagszugs, pünktlich um 12.11 Uhr, schunkelten sich Tausende erst einmal warm. Und dann war es soweit: Angeführt vom KRK setzte sich der närrische Lindwurm mit 88 plus X Zugnummern in Bewegung. Palme mit Schneejuckt Affen nicht Umzingelt von Wagen und Fußgruppen aus dem Nachbarland hieß es bei Viethens Bullen „Das rockt Holländer on the Käseblock”. Um Milch ging's beim „KC Bauernkegeln 09 - Einer steht immer”. Sie wussten, dass gegenüber dem Fliegen nur die Milch billiger ist.
Alle Karnevalswagen – vom TÜV abgenommen – sorgten natürlich auch hier und da für die eine oder andere Spitze. So hieß es beim KC Keeken: „Karnevals-TÜV – Hin oder Her, Dabeisein ist nicht schwer.” Apropos Wagen ... Die NIAG heißt ins Niederländische übersetzt anscheinend NAGI. Die Carnevalsvereiniging „Das Goed Zat” Groesbeek setzte einen niegelnagen neuen großen Bus – wohl aus Holz – in Richtung NL ein.
Fein rausgeputzt mit roter Krawatte hatte sich der überdimensionale Affe. Da juckte es die große Palme an dessen Seite nicht, dass sie von Schnee bedeckt war. Während des gesamten Zuges dominierte die Hochschule. Das wird Prof. „Klötzchen” (Hochschulpräsidentin Dr. Marie-Louise Klotz) freuen, hieß es von einem der Klever Obernarren mit einem Lächeln im Gesicht. „Fahrrad, Laptop, Speicher – Kleve macht Studenten reicher”, erklärte die BSG St. Antonius-Hospital. Bei so viel studentischem Fahrrad-Genuss ist es kein Wunder, dass es nunmehr auch ein Klever-Fahrrad-Karnevals-Diplom gibt.
Doktoranden noch und nöcher gab's unter anderem von den Quakern, die zugleich die Umbenennung der Hochschule Rhein-Waal in Brejpott forderten. Die OCK Keeken sprach von „Theo (Bürgermeister), dem Macher, der für Bildung statt Industrie” stünde. Zugleich stellen sie sich aber die Frage: Haben Klever Firmen diesmal eine Chance? Jubel und Helau-Rufe ohne Ende vom Prinzenwagen angeführt von Prinz Jochen dem Funkenden. Da funkte es zum Höhepunkt des närrischen Treibens nochmals ganz gewaltig. Helau, Kleve.
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