IT-Dienstleister mit Durchblick

Haben den Durchblick in IT-Fragen: v.l.: Julian Hendricks, Thorsten Rintelen (oben), Ady Riegler (Mitte), Sebastian Locke (r.) bilden die Firma Traperto mit
Haben den Durchblick in IT-Fragen: v.l.: Julian Hendricks, Thorsten Rintelen (oben), Ady Riegler (Mitte), Sebastian Locke (r.) bilden die Firma Traperto mit
Foto: Astrid Hoyer-Holderberg
Was wir bereits wissen
Junge Softwareentwickler starten neu. Team fand nach Firmeninsolvenz zusammen

Kleve. „.  In jeder Insolvenz steckt auch die Chance auf einen Neuanfang. Dies ist ein Beispiel, dass es funktioniert“, sagt Ady Riegler. Des Berufs wegen kam er einst aus Wien nach Kleve. Des Berufs wegen bleibt er jetzt hier. Begonnen hatte er bei „db-central“, dem Anbieter von elektoronischer Lernsoftware, top bundesweit, und doch ging sie mit 25 Mitarbeitern in Konkurs (die NRZ berichtete im September). Einige der klugen Köpfe, alle Softwareentwickler von Beruf, haben dann zusammen ein neues Team gebildet. Um Erfahrung reicher. „Wir sind sensibilisiert, wie schnell ein Plan nicht mehr funktionieren kann“, sagt Ady Riegler. Nun gibt es ein konzentrierteres Angebot für digitales Lernmanagement. Die Firma „traperto“. Sie hat ihren Sitz am „Weißen Tor“, an der Schnittstelle von Kleve und Bedburg-Hau. „Der Standort Kreis Kleve war uns wichtig, aber es ist schwer, gute Leute her zu holen“, gesteht Riegler. Ist gelungen. Sebastian Locke, Jens Reinartz, Ady Riegler und Thorsten Rintelen blieben von „db central“, Auszubildende kamen hinzu.

Traperto heißt „training & performance tools“, wirkt also als Performance-Steuerung. Die Lösungen sind für Unternehmen von ganz klein bis richtig groß (McDonalds, Vodafone, Deichmann, Allianz) gemacht. „Wir wollen, dass Lösung und Realität zusammen passen“, sagt Riegler.

Zum Beispiel automatisieren die Traperto-Männer die Organisation von Seminarveranstaltungen, bieten elektronische Lerninhalte und -materialien. Sie erfassen, wie oft Mitarbeiter einer Firma mit welchem Erfolg an Fortbildungen teilnehmen. Die Daten sind anonym. „Es geht darum, Tendenzen zu erkennen, Filialen gegenüber zu stellen“. Dass den Teilnehmern Freiraum gelassen wird, das Gelernte auch anzuwenden, ist auch ein Ansatz. Die Wirkung von betrieblichen Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen werden auf Unternehmenskennzahlen wie Gewinnspanne oder Kundenzufriedenheit bezogen.

Immer werden auch die Mitarbeiter selbst gefragt, was sie sich an Verbesserung für ihre Arbeit wünschen. So sparte es Außendienstmitarbeitern eines Kunden – „sie sind die End-User – gleich mehrere Stunden Arbeit, als sie nicht mehr viele Daten zu einzelnen Terminen selbst zusammen stellen mussten, sondern über die Software von Traperto alle betriebswirtschafts- und technischen Daten, die sie brauchten, mobil auf ihr iPad holten und die grafischen Daten auf ihrem Dashboard auf einen Blick dargestellt sahen. Viele Firmen hätten im Laufe der Jahre viele verschiedenen Computersysteme in Benutzung. „Traperto nimmt Arbeit ab und bildet eine Schnittstelle,“ erklärt Sebastian Locke.

Geschäftsführer Riegler freut sich, dass ehemalige db-central-Kunden nun dem Traperto-Team treu blieben: „Sie wollten auf das Fachwissen ihres IT-Dienstleisters nicht verzichten und zudem nicht den finanziellen Aufwand betreiben, bei einem anderen Anbieter in die Entwicklung einer neuen Software zu investieren.“

Die vier Firmengründer haben mittlerweile zwei Auszubildende – Julian Hendricks und Patrick Janßen – im Team und weitere werden gesucht. Zudem will traperto sein Leistungsangebot künftig erweitern. „Wir wollen den Standort Kleve mit Arbeitgebern aus der Region sichern und uns am Markt etablieren. Dazu haben wir unter anderem schon Ideen im Bereich der mobilen Applikationen und arbeiten an Lösungen für den privaten Endkundenmarkt“, sagt Ady Riegler.

Inzwischen sind aus der Unternehmensinsolvenz von db-central heraus mehrere Start-Ups entstanden, mit denen sich ehemalige Mitarbeiter selbstständig gemacht haben.