Internationaler Afrikatag an der Hochschule Rhein-Waal

Neville Mchina und Sandra Osei  haben zum Internationalen Afrika-Tag eingeladen.
Neville Mchina und Sandra Osei haben zum Internationalen Afrika-Tag eingeladen.
Foto: Andreas Daams
Was wir bereits wissen
Studenten der Hochschule Rhein-Waal wollen zeigen, wie Afrika wirklich ist. Und ihrem Kontinent etwas zurück geben. Sie gründeten die Vereinigung „Rise together for Africa“.

Kleve.. Für die meisten Deutschen ist Afrika nach wie vor ein unbekannter Kontinent, der hauptsächlich Schreckensmeldungen generiert. Stimmt so alles nicht, sagen Sandra Osei und Neville Mchina. Die beiden haben an der Hochschule Rhein-Waal zusammen mit fünf anderen Studierenden die Vereinigung „Rise Together for Africa“ (RiTA) gegründet. Am Mittwoch gab es dann zum Internationalen Afrika-Tag die Neugründungsfeier an der Hochschule.

„Wir wollen die tollen Seiten von Afrika zeigen“, betont Sandra Osei. Sie stammt aus Ghana, ist aber in Düsseldorf groß geworden und studiert seit 2012 an der Hochschule Rhein-Waal das Fach Internationale Beziehungen. „Die Bilder von Afrika stimmen einfach nicht“, sagt sie. Es handele sich um tolle Kulturen, es gebe auch sehr entwickelte Länder in Afrika und eine gute Bildung. „Die Hoffnung für Afrika ist da“, meint Neville Mchina. Er studiert Agroculture in Kleve. Erstmals kam er 2006 durch ein Programm der Rotarier nach Deutschland. Längst spricht er exzellent Deutsch.

„Wir haben die Chance, hier in Deutschland zu studieren“, sagt er. „Und darum wollen wir zeigen, dass ganz viel Potenzial in Afrika steckt – und wir wollen dort auch etwas machen.“ Sprich: Afrikanische Menschen, die in Deutschland studieren, sollen durch RiTA eine Motivation erfahren, soziale Aufgaben in ihren jeweiligen Herkunftsländern zu übernehmen. Das nötige Wissen lernen sie in Workshops, Seminaren und Projekten.

An der Hochschule Rhein-Waal sind Studenten aus zwölf afrikanischen Staaten eingeschrieben. „Wir wollen auch an anderen Universitäten aktiv werden“, sagt Sandra Osei. Selbstbewusst eröffnen sie den „African Day“ mit Musik. „Wir mögen unsere Kunst“, sagt Mchina. Einerseits haben sie ein anspruchsvolles Programm auf die Beine gestellt, andererseits bringen sie ihren Mitstudenten und Besuchern Afrika in Form von Videos, Musik und Leckereien nahe.

Und während in den Seminarräumen möglicherweise künftige afrikanische Führungspersönlichkeiten gemeinsam an einzelnen Fragen arbeiten, präsentieren im Eingangsbereich Hilfsorganisationen ihre Anliegen. Unicef ist ebenso vertreten wie ProDogbo und Wilhelm Hawerkamp vom Freundeskreis humanitäre Hilfe in Indien und Ghana. Eines Tages bekam er netten Besuch in seinem Laden in der Kavariner Straße, studierende Afrikaner suchten den Kontakt. Er findet den Ansatz von Sandra Osei und Neville Mchina großartig. „Mit Leuten, die derartig motiviert sind, kann man ganz toll arbeiten“, sagt er. Voller Begeisterung fangen die zu handeln an. Mchina: „Das, was in Afrika falsch läuft, müssen wir halt ändern.“