In Kleve stellen sich die Bürger quer
16.11.2010 | 20:57 Uhr 2010-11-16T20:57:00+0100
Kleve.Die Gegner der Querspange haben sich am Montag zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen. Im Waldschlößchen bestimmten 240 Anwesende die Professoren Heinz Falk (Donsbrüggen) und Wolfgang Kottnik (Rindern) zu ihren Sprechern.
Ziel der neuen Bürgerinitiative ist es, die von der Stadt gewünschte Verbindungsstraße von Donsbrüggen nach Rindern entlang der Eichenallee zu verhindern.
Das Interesse war groß. Vor allem aus Rindern, Donsbrüggen und Nütterden kamen viele Bürger, die nichts Gutes von der neuen Straße erwarten. Ihre Argumente: Die Querspange löst keine Probleme, sie zieht mehr Verkehr an, belastet die Anwohner in Rindern stark, sie zerstört das Kulturdenkmal „Neuer Tiergarten“ und beeinträchtigt den Naturschutz. Die Befürchtung vieler: „Wenn die Querspange kommt, dann ist die B9neu endgültig vom Tisch“, so Manfred de Haan vom Heimatverein Donsbrüggen.
In einem Kurzvortrag stellte Michael Zumbrägel die Problematik vor. Dabei betonte er, dass die bislang vorgestellte Lärmprognose für den Bereich Rindern fehlerhaft sei. Zumbrägel – selbst Ingenieur und mit Lärmausbreitungsberechnungen vertraut – geht davon aus, dass deutlich mehr Rinderner von Lärm betroffen wären als bislang angenommen. Er errechnete, dass das zuständige Gutachterbüro eine Addition von Kurven gleicher Lautstärkepegel (Isophone) im Bereich Hauptschule Rindern nicht vorgenommen habe. Daraus ergebe sich, dass ohne Lärmschutzmaßnahmen nicht nur im Bereich Sport- und Tennisplatz die Grenzwerte von 49 db/A in der Nacht überschritten werden, sondern auch in angrenzenden Wohngebieten wie Havik.
Auf NRZ-Nachfrage bestätigte Heinz-Gerd Biewald, stellvertretender Planungsleiter von Straßen NRW in Wesel, dass bei der ersten Prognose die „Detailschärfe nicht stimmt“. Die lärmtechnischen Berechnungen seien aber jetzt abgeschlossen und man könne „gebäudescharf“ den Lärm berechnen. Die Ergebnisse der Studien werden der Stadt übermittelt. Kleves technischer Beigeordneter Jürgen Rauer möchte diese erst vorliegen haben: „Wichtig ist, dass wir zum Zeitpunkt der Offenlage die richtigen Unterlagen haben“, so Rauer.
Eine Brücke über die
Bahn wäre „tödlich“
Während der Gründungsversammlung im Waldschlößchen wurde auch die Problematik der Bahnstrecke angesprochen. Bislang ist eine schienengleiche Querung der Draisinenstrecke vorgesehen. Aber was ist, wenn in ein paar Jahren die Bahn reaktiviert werden sollte? „Will man die Strecke erhalten, dann muss man einen Übergang schaffen“, sagt Professor Heinz Falk. Einen schienengleichen Übergang hält er für problematisch: „Wie sollte die Bahn denn die Straße kreuzen?“
Jürgen Rauer sieht für den Draisinenverkehr kein Problem und stellt sich eine Lösung wie an der Kranenburger B9 vor. Sollte die Bahn eine Brücke für die Querspange fordern, wäre dies „tödlich“ für das Projekt. Dies sei mit dem Landschaftsbild nicht zu vereinbaren, so Rauer.
Als eine der ersten Maßnahmen möchte die Bürgerinitiative die Sinnhaftigkeit der Querspange in Frage stellen. Professor Heinz Falk regte an, Verkehrszählungen an der Gruftkreuzung vorzunehmen, um zu dokumentieren, wann und wohin der Verkehr fließt und welchen Einfluss eine Querspange nimmt. Bislang fehle diese Aussage.
Die Mitglieder der Bürgerinitiative vermuten, dass die Verkehrsproblematik nur von der Gruft-Kreuzung auf die Kreuzung am Hotel Kleve verlagert werde und dass durch die neue Straße deutlich mehr Leute von „Verlärmung“ betroffen werden als bislang. Denn auch die Bewohner von Spyck- und Ziegelstraße sowie des Campingplatzes und die Hochschule bekommen eine „neue Lärmerfahrung“, so Zumbrägel. Mit der Querspange würden dort nicht 8000 sondern 22 000 Kfz fahren.
11:04
Die Ergebnisse der Studien werden der Stadt übermittelt. Kleves technischer Beigeordneter Jürgen Rauer möchte diese erst vorliegen haben: „Wichtig ist, dass wir zum Zeitpunkt der Offenlage die richtigen Unterlagen haben“, so Rauer.
Genau das ist doch das Problem!!! Als wenn die Stadt Kleve schon mal unfrisiert Unterlagen offen legt!? Enweder sinds Gefälligkeitsgutachten, es werden Teile weggelassen oder es wird der Öffentlichkeit erst gar nicht zugänglich gemacht...
09:56
Ein Blick ins Eisenbahnkreuzungsgesetz hätte schon ausgereicht:
§ 2
(1) Neue Kreuzungen von Eisenbahnen und Straßen, die nach der Beschaffenheit ihrer
Fahrbahn geeignet und dazu bestimmt sind, einen allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr
aufzunehmen, sind als Überführungen herzustellen.
(2) In Einzelfällen, insbesondere bei schwachem Verkehr, kann die Anordnungsbehörde
Ausnahmen zulassen. Dabei kann angeordnet werden, welche Sicherungsmaßnahmen an der
Kreuzung mindestens zu treffen sind.
(3) Eine Kreuzung im Sinne des Absatzes 1 ist neu, wenn einer der beiden Verkehrswege
oder beide Verkehrswege neu angelegt werden.
Noch Fragen?