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Schweinegrippe

Impfstoff wird entsorgt

16.08.2010 | 17:56 Uhr
Impfstoff wird entsorgt

Kreis Kleve.Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat jetzt die sogenannte Schweinegrippe offiziell für beendet erklärt. Beim Klever Kreisgesundheitsamt spielte sie ohnehin schon seit Monaten keine Rolle mehr – seit Jahresbeginn wollte sich kein Bürger mehr impfen lassen.

Das sah im vergangenen Jahr noch ganz anders aus: Nachdem im Juli 2009 der erste Erkrankungsfall den Kreis Kleve erreicht hatte, setzte auch zwischen Kranenburg und Wachtendonk ein regelrechter Run auf die vorbeugende Schutzimpfung ein. Die Sorge vieler Menschen vor einer Ansteckung war groß. Über das Land wurde den Kommunen dann der Impfstoff zur Verfügung gestellt.

„Der Kreis orderte insgesamt 33 800 Impfdosen, von denen 21 314 verimpft wurden. Zudem wurden 50 Dosen extra für Schwangere bereitgehalten“, gab Kreis-Sprecher Eduard Großkämper auf NRZ-Anfrage bekannt.

Insgesamt habe es 739 Verdachtsfälle gegeben, bei 365 davon habe sich eine Erkrankung mit dem H1N1-Virus bestätigt. Todesfälle seien zum Glück nicht zu beklagen gewesen, jedoch einige schwer verlaufene Krankheitsfälle.

Kosten für Entsorgung
noch nicht geklärt

Die übrigen rund 12 500 Dosen des Impfstoffs Pandemrix sollen nicht mehr verwendet, sondern entsorgt werden. Wer dafür die Kosten trägt, ist noch nicht bekannt.

4800 Dosen lagern noch in den Beständen der rund 100 Arztpraxen und zwei Apotheken, die an der Impfaktion beteiligt waren. Die Kosten der Impfaktion teilen sich die Bundesländer und die Krankenkassen.

Die Problematik habe zu Beginn der Pandemie darin gelegen, dass man nicht genau gewusst habe, wie gefährlich sich die Grippewelle entwickele, erklärte Dr. Martina Scherbaum, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes. „Gott sei dank ist die Welle dann doch weitaus weniger dramatisch verlaufen als befürchtet“, ergänzte Scherbaum, die allerdings zu bedenken gab, dass 95 Prozent aller Influenzafälle des vergangenen Jahres auf den H1N1-Virus zurückzuführen gewesen seien.

Die übrig gebliebenen Impfdosen gegen die sogenannte Schweinegrippe würden auch deshalb nicht mehr benötigt, weil der neue saisonale Impfstoff jetzt mittlerweile auch das H1N1-Virus mit berücksichtige, erklärt die Amtsärztin.

Johannes Kruck

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Kommentare
20.08.2010
13:31
Blockierter Kommentar.
von Antonietta | #3

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

17.08.2010
15:23
Impfstoff wird entsorgt
von Heuvens | #2

Der deutsche Michel zahlt alles, das ist nun einmal so.
In Frankreich wäre das nicht möglich

17.08.2010
10:00
Impfstoff wird entsorgt
von diplingsoddemann | #1

In einem Jahr werden auch die großen Vorräte an teuren Tamiflu Grippemedikamente aus 2006 entsorgt - als Sondermüll. Dann sind die 5 Jahre des Haltbarkeitsdatums überschritten. Bezahlen wird das der Steuerzahler - wer sonst?

soddemann-aachen@t-online.de

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