Immer noch sorgt Briener Straße für Ärger

Die Briener Straße ist noch gesperrt. Die Stadt sagt, bis Juni. Die Anwohner fürchten: noch länger.
Die Briener Straße ist noch gesperrt. Die Stadt sagt, bis Juni. Die Anwohner fürchten: noch länger.
Foto: eve
Was wir bereits wissen
Anlieger klagen über Umsatzeinbußen – und vielleicht auch vor Gericht wegen der Kostenbescheide

Kleve..  Durch ein Rundschreiben ihrer Hausverwaltung Tjaden KG erhielt die Geschäftsführerin von Bürobedarf Menges, Monika Rubrech, eine auf den ersten Blick gute Nachricht: Die Baustelle an der Briener Straße (die NRZ berichtete ausführlich über die langwierigen Arbeiten) soll angeblich Mitte dieser Woche vor ihrem Geschäft beendet sein und als letzter Bauabschnitt in Richtung Kreisverkehr weiter ziehen. Doch die 54-Jährige kann sich darüber nicht freuen. Nicht nur die Erfahrungen der letzten Monate, in denen sie Umsatzeinbußen von mehr als 50 Prozent wegen der Baustelle und Straßensperrung verkraften musste, haben die Geschäftsfrau frustriert. „Das ist alles Horror, was hier passiert“, sagt sie. Versprechungen der Stadt, von denen sie allenfalls über die Tjaden KG informiert wird, glaubt sie schon lange nicht mehr.

Bei der Ankündigung der Baumaßnahmen an der Briener Straße im April 2014 hatte die Stadtverwaltung das Ende der Arbeiten für den März 2015 terminiert. Das sei eine „erste Schätzung im Rahmen der Ausschreibung“ gewesen, teilt die Stadt nun schriftlich mit. Die Verwaltung rechne mit einer Fertigstellung der Straße – und einem Ende der Behinderungen für die Anlieger – Ende Juni 2015.

Monika Rubrech hat die neuen Termine nach eigener Aussage nie von der Stadt erfahren. „Und auch sonst hört man nichts von der Stadt – auch nicht nach Beschwerden“, sagt sie. Andere Gewerbetreibende an der Straße – Lampen Udo, Koffer Crew, Angelshop Verhey, Trinkgut, Autoservice Held – klagen ebenfalls über hohe Umsatzeinbußen. Manche sprechen gar von einer Existenzgefährdung, mindestens von einer geschäftsschädigenden Planung der Stadt.

Drei bis vier Wochen liegt der Fortschritt der Baumaßnahmen nach Angaben der Verwaltung aus mehreren Gründen zurück: Betonhindernisse im Boden, Probleme bei der Sanierung der Thyssen-Gasleitung sowie Sturm und Starkregen. Dennoch sei man zuversichtlich, Ende Juni 2015 mit den Arbeiten fertig zu sein.

Straße „neu erstellt“

Die Anwohner glauben eher an Oktober oder Jahresende. „Unbefriedigend“ nennt Udo Tjaden, dem große Teile des ehemaligen XOX-Geländes an der Briener Straße gehören, die Kommunikationspolitik der Stadt in Sachen Baustelle Briener Straße. Auch wenn diese sich seit Jahresbeginn verbessert habe. Grundsätzlich seien Informationen viel zu spät weitergegeben worden. Dies sei problematisch, weil jeder Anlieger darauf angewiesen sei, um vernünftig planen zu können. Zudem fragt sich Udo Tjaden, ob es nötig gewesen sei, die Straße während der Baumaßnahmen komplett zu sperren. Er meint: „Nein.“

Der Besitzer des XOX-Geländes zweifelt zudem – ebenso wie „einige meiner Nachbarn“ –, warum die Stadtverwaltung die Baumaßnahme als „Neuerstellung“ abrechne. Für Tjaden ist es eher eine „Sanierungsmaßnahme“. Er hat deshalb eine Klage beim Verwaltungsgericht gegen den Kostenbescheid der Stadt eingereicht. Wenn das Gericht seine Meinung teilt, müssten er und einige seiner Nachbarn weniger für die Bauarbeiten vor ihrer Haustür bezahlen. „Bis ein Urteil gesprochen wird, kann es aber noch Jahre dauern“, sagt Udo Tjaden.

Stadt kennt nur eine Beschwerde

Auf die Frage, ob es Anwohnerbeschwerden gab, antwortete die Stadt schriftlich: „Es gab eine Beschwerde, die aber noch am gleichen Tag ausgeräumt werden konnte. Weitere Beschwerden sind nicht bekannt.“