Immer die zehn gleichen Berufe

Joanna Marszolek (hier mit Ausbilderin Cindy Apold) lässt sich zur Bürokauffrau ausbilden.
Joanna Marszolek (hier mit Ausbilderin Cindy Apold) lässt sich zur Bürokauffrau ausbilden.
Foto: Matthias Graben
Was wir bereits wissen
Klassiker sind im Handel und Büro zu finden. Einige Lehrstellen unbesetzt. Auch ausländische Bewerber interessieren sich nur für wenige der möglichen 330 Berufe.

Kreis Kleve..  Mädchen wollen Berufe mit Tieren oder Arzthelferin werden, Jungs lieber Mechatroniker? Das Klischee stimmt schon, auch im Kreis Kleve, bestätigt Michael Niel, Sprecher der Arbeitsagentur Kleve-Wesel. Sehr oft würden die „Klassiker“ gewählt: Job in Handel und Büro.

Seit Oktober bis heute gab es 2068 Bewerber für Ausbildungsstellen im Kreis Kleve. Von ihnen haben aktuell 731noch nichts Passendes gefunden. Dem gegenüber stehen 419 freie Stellen in Betrieben – die von den 1273 Angeboten seit vorigen Oktober bisher unbesetzt blieben. Da gab es zum Beispiel für 81 Männer und 104 Frauen, die Einzelhandelskauffrau/mann werden wollten, 70 Ausbildungsstellen. Und doch bleiben 27 der Lehrstellen frei und 77 Bewerber unversorgt.

Büromanagement wollen 106 junge Leute hier vor Ort erlernen. Zu haben sind noch im Kreis Kleve außerdem folgende Lehrstellen: Verkäufer/in 34, Gärtner/in 21 Stellen, Fachkraft Lagerlogistik 16, Fachverkäufer/in Bäckerei 12, Restaurantfachfrau/mann 12, Friseur 12, Tischler/in 11, Koch/Köchin 10, Dachdecker/in 10. Es gibt 254 Chancen in anderen Berufen.

Auch NRW-weit war Kaufmann/-frau für Büromanagement der am stärksten besetzte Ausbildungsberuf Ende 2014. Wie „Information und Technik Nordrhein-Westfalen“ als statistisches Landesamt mitteilt, erlernten 37 Prozent der Azubis einen der zehn am weitest verbreiteten Ausbildungsberufe.

Die Büroberufe wurden neu geordnet und bilden durch eine Zusammenfassung nun den neuen Spitzenreiter: 2014 wurden aus Bürokaufleuten, Kaufleute für Bürokommunikation und Fachangestellten für Bürokommunikation nun die neuen „Kaufmann/-frau für Büromanagement“.

Bürojob auf Rang eins

Zusammen mit den Azubis der Vorgängerberufe belegten diese 17 994 Auszubildenden auf Anhieb den ersten Rang der „Top Ten“. Auf den weiteren Plätzen folgten Industriekaufleute (14 061) und Kaufleute im Einzelhandel (13 443).

Die Konzentration auf bestimmte Berufe war bei den 18 225 ausländischen Auszubildenden noch stärker. Hier verteilten sich über 48 Prozent der Azubis auf zehn von rund 330 möglichen Berufen. Wie bereits im Vorjahr ließen sich die meisten ausländischen Azubis Ende 2014 zum/zur Verkäufer/-in (1278), zahnmedizinischen (1236) oder medizinischen Fachangestellten (1182) ausbilden.

Platz eins bei den deutschen Auszubildenden belegt besagter Kaufmann/-frau für Büromanagement, Platz zwei Industriekaufmann/-frau 14 061, dann Kaufmann/-frau im Einzelhandel 13 443, Kraftfahrzeugmechatroniker/-in 12 690, Verkäufer/-in 11 307, Kaufmann/-frau im Groß- und Außenhandel 10 077, Industriemechaniker/-in 9921, Medizinische/-r Fachangestellte/-r 9666, Bankkaufmann/-frau 8271 und Elektroniker/-in wollen 8034 junge Leute werden.

Bei ausländischen Azubis rangiert die/der Verkäufer/in an erster Stelle (1278 Personen), gefolgt von Zahnmedizinischer Fachangestellten (1236) und Medizinischer Fachangestellten 1182, Kauffrau/mann im Einzelhandel (984), Friseurin (960), Kraftfahrzeugmechatroniker (831), Kauffrau/mann Büromanagement (810), Anlagenmechaniker Sanitär, Heizung, Klimatechnik (651), Elektroniker (537) und Industriemechaniker (405).

Ende 2014 wählten in NRW mit 309 876 Personen 2,5 Prozent weniger junge Menschen eine berufliche Ausbildung im dualen System als ein Jahr zuvor.