Im Verbots-Schilderwald

Weil große LKW bereits Erde wegkarren, stellte die Baufirma beim Wohnbau-Bauprojekt an der Gärtnerstraße Schilder auf: Für Radfahrer und Fußgänger ist der Durchgang verboten. So sieht es die Baugenehmigung auch vor, aber die Anwohner wussten davon nichts.
Weil große LKW bereits Erde wegkarren, stellte die Baufirma beim Wohnbau-Bauprojekt an der Gärtnerstraße Schilder auf: Für Radfahrer und Fußgänger ist der Durchgang verboten. So sieht es die Baugenehmigung auch vor, aber die Anwohner wussten davon nichts.
Foto: Anne Wohland
Was wir bereits wissen
Am Gocher Gärtnerweg beginnen die Bauarbeiten fürs Wohnbau-Projekt. Baufirma stellte Schilder gegen Rad- und Fußgängerverkehr auf. Anwohner verwundert

Goch..  Eigentlich sind die frisch aufgestellten Verbotsschilder am Gocher Gärtnerweg gar nicht so falsch. Nicht komplett. Nur eben zu früh und ohne eine Absprache mit der Stadt, die dementsprechend auch die Anwohner noch nicht informiert hat.

Sehr überrascht, dass er von nun an seine eigene Straße eigentlich nicht mehr betreten darf, war gestern auf jeden Fall Rolf Finck. Er ist direkter Anwohner der Baustelle auf der die Gocher Wohnbau eG gegenüber der Nierswelle insgesamt 34 Wohnungen in vier Gebäuden bauen lässt. Der Spatenstich ist noch frisch. Nun haben erste Arbeiten begonnen.

Der Bauzaun steht. Ein hoher Erdwall, der nur noch wenig Sicht aufs andere Niersufer lässt, ist aufgeschüttet aus der abgebaggerten Erde. Auch erste Baustellen-LKW kurven durch den schmalen Gärtnerweg, sie holen die Erde ab. Fährt so ein breiter LKW durch den Gärtnerweg müssen Fußgänger Zuflucht in Hauseinfahrten suchen. Platz zum Vorbeigehen gibt es nicht, will man nicht zu nahe ans Fahrzeug geraten.

Für solche Fälle gibt es feste Regeln. Denn zum Planverfahren des Bauprojekt gehört – wie bei allen anderen auch – eine „straßenverkehrsrechtliche Genehmigung“, wie Gochs Stadtsprecher Torsten Matenaers umgehend erklärt. Will jemand irgendwo etwas bauen, muss er der Stadt ein Konzept vorlegen, auch eines über die Planung der Verkehrsumleitungen. Das wurde auch hier gemacht.

Einbahnstraßenregelung kommt

Vorgesehen ist darin übrigens wirklich, dass aus Sicherheitsgründen während der Baustellenphase der Gärtnerweg zur Einbahnstraße samt Durchgangsverbot für Radler und Fußgänger wird. Rund um die im hinteren Straßenbereich liegenden Kita muss dann Bauzaun aufgestellt werden, damit die Kleinen mit Papa und Mama sicher dort entlanggehen können. Das gilt aber alles erst, wenn die komplette Baumaßnahme begonnen hat und entsprechender Schwerlastverkehr über den ganzen Tag dort auch vorhanden ist. Doch hierzu hat die Baufirma die Stadt noch nicht informiert.

„Wir bemühen und derzeit die Infos von der Baufirma zu erhalten, ob denn die Baumaßnahme in dieser Größe jetzt schon beginnt“, klärt Matenaers auf, der die Anwohner eigentlich immer vor solchen Veränderungen frühzeitig informieren will. Falls jetzt aber noch gar nicht die komplette Maßnahme im Gange sei, so Matenaers, „dann sind wir auch eher gewillt, die Schilder wieder abzuhängen. Denn warum sollte man den Durchgang untersagen, wenn es dafür noch keinen Grund gibt.“

Vielleicht werden die Schilder also zeitweise noch einmal verhüllt. Doch irgendwann werden sie ihre Gültigkeit wiederbekommen. Eine alternative Verkehrsregelung mit Spielstraßen- oder 10-kmh-Zonen-Schild, wie sie Anwohner Finck aktuell der Stadt vorschlug, kann es nicht geben. „Die Begriffe Baustellenverkehr und Spielstraße schließen sich aus“, sagt Matenaers.

Sobald die Stadt Klarheit hat, werden die Anwohner auf jeden Fall informiert – über was passiert und auch etwa wie lange.