Im Herzen ein Lichthof

Der Entwurf für die neue integrative Kindertagesstätte.
Der Entwurf für die neue integrative Kindertagesstätte.
Foto: privat
Was wir bereits wissen
SOS-Kinderdorf steckt mitten in den Bauarbeiten für die In-Kita in der Unterstadt. Übers begrünte Dach bleibt der Blick auf die Schwanenburg frei

Kleve..  Der Lichthof ist zwar klein, aber doch das Herzstück des hellen Kindergartens, der gerade in der Unterstadt entsteht. Er holt den Tag nach drinnen und öffnet Sichtachsen zu allen Räumen. An der Kalkarer Straße 10 baut das SOS-Kinderdorf eine „In-Kita“, also integrativ für Kinder mit und ohne Behinderungen. „Wir haben viel Geld in die Hand genommen,“ freut sich der Leiter des SOS-Kinderdorfs, Falko van den Bruck. 2 050 000 Euro werden für Haus, Außenanlagen, Inneneinrichtung und Baunebenkosten investiert. Davon gibt die Stadt Kleve freiwillig 516 000 Euro Zuschuss. „Sowas ist nicht selbstverständlich und nicht üblich“, dankt van den Bruck. 244 000 Euro trägt der Landschaftsverband Rheinland als gesetzlich vorgeschriebenen Anteil.

Diese InKita „ist etwas Besonderes für Kleve“, sagt der SOS-Leiter. Und das nicht nur, weil man übers Haus hinweg und von innen nach außen die Stiftskirche und die Schwanenburg sehen kann. Drei Gruppen werden im großzügigen Haus unterkommen – zweimal 20, einmal zehn Kinder – U 3 (unter drei Jahren) integrativ und U 3 Krippe. Die Krabbelgruppe der Kleinsten bekommt ein Zimmer von 68 Quadratmetern plus Differenzierungsraum dazu. Die beiden anderen Gruppen haben je 46 Quadratmeter, denen jeweils kleine Schlafzimmer und Nebenräume etwa für „Forscher-“Arbeitsgruppen angegliedert sind. Auch für die Therapie ist ein Zimmer vorbereitet. Dazu ist ein 55-qm-Mehrzweckraum zum Turnen geeignet oder auch für Versammlungen mit Eltern. Er liegt praktischerweise direkt neben der Küche und die wiederum gleich am Lichthof und an den Essplätzen für die Kinder. „Der Lichthof ist etwas, das einem in den Schoß fällt, aber doch der Sache den Kick gibt“, so Architekt Heinz Wrede.

Auch die Flure werden durch Lichtkuppeln erhellt. Sanitärräume enthalten Wickelplätze, es gibt Kinderwagen-Abstellräume. Alles ist – nach Richtlinien des Landschaftsverbandes Rheinland – im rechteckig-klaren Baukörper untergebracht und doch abwechslungsreich gestaltet. „Keine Hallen, sondern mit viel Senisibilität und sehr viel Überlegung“ sei es geplant worden, sagen Wrede und sein Kollege Florian Zitzke. „Das wird sich bei der Betreuung positiv auswirken“, ist Wrede überzeugt.

Fertigstellung Ende September

Von außen bekommt das 784-Quadratmeer-Haus (2894 qm umbauter Raum) eine Verkleidung mit waagerechten Paneelen aus Red-Zernholz, die silbergrau vorbehandelt sind. Die bodentiefen Fenster an Gruppenräumen und Eingang sind mit Stahlbetonzargen hervor gehoben. Die Fensterrahmen sind aus Lärchenholz mit dunkelrot lackierten Fensterflügeln. „Die Dachflächen werden begrünt, was den ökologischen Anspruch unterstreicht“, so der Architekt.

Mitte 2014 hatte das SOS-Kinderdorf beschlossen, statt der Treibhäuser an der Kalkarer Straße einen neuen Kindergarten zu bauen (die NRZ berichtete). Die Arbeiten begannen im Januar dieses Jahres und sollen Ende September fertig sein. Eingerichtet wird der Kindergarten im Oktober, eröffnet im November. Es sind bereits alle Plätze belegt.