Im April geht es los

Die Vertragsunterzeichnung:v.l. Gabriele Matz (VRR), Willibrord jansen (Tiefbau), Willibrord Haas (Kämmmerer), Klaus Hering (VRR), Jürgen Rauer (Baudezernat)Foto:Astrid Hoyer-Holderberg
Die Vertragsunterzeichnung:v.l. Gabriele Matz (VRR), Willibrord jansen (Tiefbau), Willibrord Haas (Kämmmerer), Klaus Hering (VRR), Jürgen Rauer (Baudezernat)Foto:Astrid Hoyer-Holderberg
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Busbahnhof und Schienenstrecke rücken zusammen. Bahnhof Kleve wird neu gestaltet. Kostenlose Parkplätze werden verlegt, mehr Fahrradständer

Kleve..  Im März geht es an die Auftragsvergabe, im April soll es schon losgehen, zum Jahresende fertig sein. Der Busbahnhof / Bahnsteig am Klever Bahnhof wird umgestaltet. Gestern übergab Gabriele Matz, Abteilungsleiterin für Investitionsförderung vom VRR (Verkehrsverbund Rhein-Ruhr) den endgültigen Förderbescheid: 1 765 000 Euro Zuschuss gibt es für den „ZOB“, Zentralen Omnibusbahnhof Kleve. Die Kosten insgesamt liegen bei 2,34 Millionen (zwei Millionen zuwendungsfähig).

VRR erkennt Umbaubedeutung an

„Das ist ein großer Baustein. Ich nenne es bewusst den ersten Teil der Maßnahme“, sagte Kämmerer Willibrord Haas und freute sich strahlend, dass auch die Bahn die Bedeutung des Klever Bahnhofes anerkennt. „Wir sind dankbar, dass wir den VRR überzeugt haben, dass dies gut angelegtes Geld ist“.

Gabriele Matz geht es darum, beide Verkehrsträger, Bus und Bahn, „schnell und behindertengerecht zu kombinieren. Uns ist sehr daran gelegen, dass Sie schnell bauen können“. Baudezernent Jürgen Rauer kennt als täglicher Bahnfahrer -- „fast intensivster Nutzer“ -- das Areal genau. Der zentrale Verteilungspunkt solle kundenfreundlicher gestaltet werden. In einem Zuge soll dann auch der Eingang der Stadt städtebaulich ein moderneres Gesicht bekommen. Die Bahnfahrer, die Stadt-Kunden und die Studenten sollen die Verbindung zur Innenstadt auch finden.

Fachbereichsleiter Tiefbau, Willibrord Jansen schilderte, dass die Schrägstellung von Bussen nicht mehr heutiges Knowhow seien und nicht behindertengerecht. Der Bahnsteig wird – die berichtet – auf den heutigen Park-and-Ride-Parkplatz (P&R) direkt an die Schienen versetzt, höher gelegt und mit Leitrillen für Sehbehinderte ausgestattet. Alles wird großzügig überdacht. Statt bisher sechs, wird es zwölf Fahrradboxen geben für kurzzeitige und Dauermiete. Vorne vor dem Bahnhof entfallen 50 Parkplätze (P&R), fünf Behindertenparkplätze werden eingerichtet, eventuell später noch ein paar weitere Stellplätze.

Als Ersatz wurden bereits auf der anderen Bahnhof-Seite (alte Wiesenstraße, van-den-Bergh-Straße / Bensdorpstraße), die man über die Treppenbrücke erreicht, bereits 200 neue kostenlose Parkplätze angelegt. Sie ergänzen auch innerstädtische Parkplätze, denn Kleves Umbau geht in der Unterstadt auch in den nächsten Jahren weiter.

Busstopp zuerst bauen

Die Treppe sei kein großes Handicap, ist Haas zuversichtlich. Mobile Senioren könnten auch mit 100 Meter Weg ebenerdig ihre Rollkoffer ziehen. Barrierefreiheit zu beiden Schienen-Seiten gelte als Ziel an Bahnhöfen, Kleve aber ist nur „Haltepunkt“, erklärt Rauer. Dennoch nahm Gabriele Matz die Klever Barrierefrei-Wünsche mit. Eine große Zahl Fahrradständer ist ebenfalls auf der anderen Bahnhofseite geplant. Videoüberwachung wird es nicht geben – Rauer: „Zum Glück ist die Kriminalität nicht so hoch“ --, aber viel Beleuchtung und das Umfeld werde künftig ja auch intensiver genutzt.

Der Busstopp wird als erstes gebaut, erklärte Willibrord Jansen. So lange bleiben die bisherigen Bus-Verkehrsinseln in Benutzung, die Busse fahren über Lohengrinstraße ab Problemlos schließt sich dann die Vorplatzgestaltung an.

Da trifft es sich gut, dass es für das Bahnhofsgebäude ernsthafte Kaufinteressenten gibt – zur Reihe der bisherigen kamen gerade erst am Wochenende zwei Klever mit „grundsätzlichem Interesse“ hinzu, verriet Haas. Verkäufer ist die BEG (Bahnentwicklungsgesellschaft). Käufer müssen sich mit Qualifikationsmerkmal bewerben, Szenarien vorlegen, die Bahn als Eigentümer entscheidet. Vielleicht noch vor den Sommerferien. Entfernt werden sollen die 50er-Jahre-Anbauten vom denkmalwerten Solitär. Es werde keine Straße mehr vor dem Gebäude geben und drinnen eine kundenorientierte Nutzung , um Wartezeiten gastfreundlich zu überbrücken. „In ein bis zwei Jahren ist die Struktur des Bahnhofsplatzes völlig verändert“, stell Haas in Aussicht.