Idee: Nachttaxi für junge Leute
20.06.2011 | 18:56 Uhr 2011-06-20T18:56:00+0200
Goch.Nach dem Ende des Night-Movers schlagen Gocher SPD-Jungpolitiker flexible Lösung vor. Die von den Jusos erarbeitete Ersatzlösung soll jetzt den Weg als Antrag an Kreistag und beim SPD-Parteitag finden.
Kein Nightmover mehr, der Jugendliche nachts sicher von der Disco nach Hause bringt – dieses nun drei Monate andauernde Problem lässt die Jusos, Jungsozialisten in der SPD, nicht ruhen. Sie suchten und fanden eine Alternative und präsentierten sie als Vorschlag.
Frank Thon, Stellvertretender Juso Vorsitzender und Betreuer des Arbeitskreises Verkehr, schlägt das „Nacht-Taxi“ vor. Die Idee ist vom „Nord-Friesland-Nachttaxi“ abgeguckt. Dabei gibt es Nacht-Taxi-Gutscheine über drei oder über fünf Euro. Schüler, Studenten und Auszubildende können diese (nach Vorlage des Studentenausweises etc.) bei Stadtverwaltungen und Busunternehmen zum halben Preis erwerben und sie dann bei „Nacht-Taxen“ einlösen.
Nicht nur ab Disco
Solche Tickets könnten auch im Kreis Kleve gültig sein. Gutscheine soll es, ginge es nach den Jusos, auch für sozial Benachteiligte geben. Anders als der Night-Mover soll das Nacht-Taxi täglich von 22 bis 6 Uhr fahren, nicht nur Diskotheken ansteuern und junge Leute bis vor die Haustüre bringen.
Carsten Otto, Vorsitzender der Jusos, macht ein Zahlenbeispiel: „Eine normale Taxifahrt, die 20 Minuten dauert, kostet ungefähr 20 Euro. Bei dem Nacht-Taxi hat man für einen 20-Euro-Gutschein aber eigentlich nur zehn Euro bezahlt.“ Der Rest würde von der Kommune getragen. Denn: „Für den Night-Mover waren im Haushalt 310 000 Euro vorgesehen“, erklärt Frank Thon. Laut Jusos lägen die Gesamtkosten für ein Nacht-Taxi für den Kreis Kleve mit kalkulierten 110 000 Euro um etwa zwei Drittel unter den Kosten des Night-Movers. Im nordfriesischen Beispielfall aus dem Jahr 2007 gaben 21 Kommunen je tausend Euro und der Kreis 30 000 und man hatte mit 51 000 Euro alles finanziert.
Auf Unterstützung für ihre Idee hoffen die Jusos vor allem vom Landrat, aber auch vom „Dehoga“ (Deutschen Hotel- und Gaststättenverband), der Hochschule, den Diskotheken, dem Airport und allen anderen, die vom Nacht-Taxi profitieren könnten. Auch für die Taxi-Unternehmer und die Kommunen gäbe es Vorteile: „Wenn die Gutscheine nicht innerhalb eines Jahres eingelöst werden, verfallen sie“, so Otto. Den Betrag würde die Kommune dann behalten.
Attraktivität des Taxis steigt
Taxiunternehmer bekämen zwar ihr (Rest-)Geld erst später von der Kommune erstattet. Die Attraktivität des Taxiunternehmers würde aber gestärkt werden. Verfährt ein Fahrgast mehr als die Gutscheine wert sind, würde der Restbetrag wie bei einer normalen Taxifahrt abgerechnet und sei so Gewinn des Unternehmers.
„Das ist ‘n Ding, dass der Night-Mover nicht mehr fährt. Ich würde mich freuen, wenn er wieder ans Netz gehen würde“, findet auch Stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer der SPD Goch, Detlef Werner. Die Jungpolitiker wollen ihren Vorschlag zunächst beim SPD-Parteitag, dann beim Kreistag einreichen. Anregungen über: nightmover@jusos-kreis-kleve.de.
0mitdiskutieren