„Ich möchte einen fairen Kampf“

Jürgen Franken.
Jürgen Franken.
Foto: NRZ
Jürgen Franken fordert Wolfgang Spreen um das Amt des Landrates heraus. Der SPD-Kandidat erklärt der NRZ, mit welchen Themen er punkten möchte

Kranenburg..  Wenn Jürgen Franken möchte, dann kann er auch ganz schön austeilen. Bei seiner Bewerbungsrede vor der SPD-Basis im Klever Kolpinghaus zum Beispiel, da hat der Kranenburger Sozialdemokrat im vergangenen Herbst gezeigt, dass er ein ausgezeichneter Redner sein kann, der wichtige Themen anspricht, das Kind beim Namen nennt und sich nicht scheut, mit dem bisherigen Amtsinhaber hart ins Gericht zu gehen. Der sonst eher besonnene Finanzbeamte Jürgen Franken ist durchaus ein Mensch für das raue, politische Geschäft. Mit Bürgernähe und Einsatzwillen möchte er im September den Posten des Landrates übernehmen. „Mein Motto ist: zuhören, abwägen, handeln.“

Gestaltung der Pflege

An diesem Morgen scheint Jürgen Franken allerdings noch nicht so sehr auf Wahlkampf gepolt zu sein. In seinem Haus in Kranenburg-Nütterden serviert er eine große Tasse Tee und erzählt in aller Ruhe worauf es ihm ankommt, bei diesem Wahlkampf anno 2015. Die sozialen Themen werden für ihn bestimmend sein. Denn es seien die absehbaren Veränderungen in der Gesellschaft, die den Kreis Kleve in den kommenden Jahren besonders herausfordern werden.

Stichwort Demografie. Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen sei in den vergangenen zehn Jahren um 42 Prozent auf insgesamt 12 000 Pflegebedürftige gestiegen und dieser Trend werde sich auch in Zukunft so fortsetzen. Franken fragt sich, welche weiteren Angebote der Tagespflege man anbieten müsse und welche alternativen Pflegeformen geschaffen werden sollen? Wo braucht es mehr Mehrgenerationenhäuser und wie kann man Nachbarschaftshilfen stärken? Für all diese sei eine Pflegebedarfplanung für den Kreis Kleve unerlässlich: „Wie sieht die Pflegebedürftigkeit in den einzelnen Kommunen aus? Welche Angebote gibt es bereits? Wo müssen ergänzende Angebote auf den Weg gebracht werden?“ Für Jürgen Franken sind dies klassische Aufgaben für die Kreisverwaltung. Bislang habe man den Landrat antreiben müssen. Im Wahlkampf habe er das Thema auf einmal für sich entdeckt, so Franken.

Auch das Thema Inklusion werde sich nicht so einfach auf dem Papier regeln lassen. Die Schulen im Kreis Kleve seien überhaupt nicht auf ihre Aufgaben vorbereitet. Der Kreis benötige zudem dringend ein Integrationskonzept und ein kommunales Integrationszentrum.

Zinsen sollen gezahlt werden

Für das Thema Flughafen Weeze plan Jürgen Franken mit einem „Masterplan 2016plus“, welches er nach Karneval vorstellen möchte. „Wir wollen auf jeden Fall, dass Zinsen gezahlt werden“, versichert Franken. Die Verträge zwischen dem Kreis Kleve und dem Flughafen müssen jetzt eingehalten werden. „Es ist wohl allen klar, dass der Flughafen seine Verbindlichkeiten nicht sofort wird zurückzahlen können. Wir möchten eine tragfähige Finanzstrategie für die kommenden Jahre. Da gibt es verschiedene Varianten.“

Zum Thema RWE-Aktien und Wertberichtigung sagte Franken: „Ich würde für eine ehrliche Darstellungsweise plädieren.“