„Ich bin sehr neugierig“

Foto: Andreas Daams

GOCH.  . Gelesen hat Judith Schouten schon immer gerne und viel. Die Gocherin machte im Jahr 2006 das Hobby zum Beruf. Denn damals begann sie eine Lehre zur „Fachangestellten für Medien und Informationsdienste“ bei der Stadt Goch, 2009 wurde sie übernommen. „Die Ausbildungsstelle war ausgeschrieben, und weil ich keine andere hatte, habe ich mich beworben“, erinnert sie sich. Vorher hatte sie – wie vermutlich die meisten Menschen – noch nie davon gehört, dass es einen Beruf mit diesem Namen überhaupt gibt.

Richtige Entscheidung

Es war die richtige Entscheidung, findet Judith Schouten. Was sich genau dahinter verbarg, lernte sie rasch kennen. „Wir sind eine kleine Bibliothek, daher macht man von allem was.“ Also: das Verbuchen von Materialien, Leseranfragen bearbeitet, Informationen geben, Medien bestellen, Fernleihen durchführen.

„Das ist schon sehr abwechslungsreich und vielseitig“, sagt sie. Ihr eigenes Leseverhalten hat sich über die Jahre deutlich verändert. „Man kriegt mit, was sich auf dem Buchmarkt tut“, erzählt sie. Auf viele Dinge ist sie gestoßen, die sie sonst vermutlich nie entdeckt hätte.

Für ungefähr 3000 Nutzer waren Judith Schouten und ihre drei Kolleginnen bislang das Gesicht der Bücherei. Ihre Kolleginnen werden jetzt einiges umplanen müssen. Denn wenn Judith Schouten ab dem 1. Mai Stadtarchivarin wird (siehe Text Seite 5), fehlt in der Bibliothek eine Stelle. Der Wechsel ins Archiv fällt Judith Schouten allerdings leicht: „Ich bin sehr neugierig und freue mich sehr darauf.“ Während ihrer Ausbildung habe sie bereits das Archiv kennengelernt. Auch ist ihr die Arbeit mit Literatur und Quellen vertraut. „Es ist ja schon jetzt so, dass ich Informationen suche und bewerte, wenn beispielsweise Schüler Material für ihre Facharbeiten suchen.“ Zwar ändert sich das Publikum, aber viele Arbeitsweisen blieben bestehen.

Gerne möchte sie das Archiv im Lauf der Zeit so weiterführen, wie ihr Vorgänger Hans-Joachim Koepp es gemacht hat. In ihm sieht sie ein echtes Vorbild. „Was er auch außerhalb des Jobs investiert hat, auch ehrenamtlich, das ist schon wirklich bewundernswert“, findet seine Nachfolgerin. „Da gehe ich mit großem Respekt heran.“ Sie will aber auch ihren eigenen Stil bei der Arbeit entwickeln. Erst einmal ist sie jedoch gespannt, wie die Arbeit im Detail so vonstatten geht.

Privat ist die Vielleserin auch gerne mit Freunden zusammen, zum Kochen und vielseitigen Unternehmungen, hier und da geht sie auch mal eine Runde schwimmen. Eines ändert sich jedoch ab heute mit Sicherheit: „Ich finde es unangenehm, etwas über mich in der Zeitung zu lesen“, schmunzelt sie. Als neues Gesicht der Gocher Stadtgeschichte wird ihr das künftig nicht erspart bleiben.

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