Hommage an zwei große Maler

Das Atelier Ewald Matarés um 1910.
Das Atelier Ewald Matarés um 1910.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Museum Kurhaus lädt zu zwei großen historischen Ausstellungen. Zum 50. Todestag Ewald Matarés und zum 400. Geburtstag von Govaert Flinck

Kleve..  Seine Werke gelten als eines der zentralen Fundamente des Museums Kurhaus Kleve, sein Name komplettiert seit der Eröffnung des Hauses 1997 den Namen des Museums, Ewald Mataré. Ebenso wie seine wunderbaren handschmeichlerischen Skulpturen, seine Holzschnitte und Aquarelle zum festen Bestand der Klever Sammlung gehören, so gehört auch das Engagement seiner Tochter Sonja, die dem Kurhaus einst den Nachlass ihres Vaters überließ wie eine Selbstverständlichkeit hierher. So ist es auch bei der ersten großen Ausstellung des noch jungen Jahres. Sie ist aus Anlass des 50. Todestags von Ewald Mataré (1887-1965) den „Berliner Jahren“ gewidmet, dem frühen Mataré der Jahre 1907 bis 1932. „Zum ersten Mal wird in einer Ausstellung der Fokus auf den Maler Mataré gelegt“, erklärt Kuratorin Valentina Vlasic. Damals, so die Kunsthistorikerin, habe er seine wichtigsten Werke geschaffen. Die Ausstellung wird am 29. März eröffnet.

Die erste Kuh

Sie wird sich beschäftigen mit der „Novembergruppe“, einer revolutionären Künstlervereinigung, der Architekten, Maler, Musiker und Kunsttheoretiker angehörten. Ihr Ziel: die Vereinigung von Kunst und Volk. Neben Otto Dix, George Grosz und Max Pechstein gehörte ihr auch Mataré an. Zu sehen sind in Kleve Matarés erste Ausstellungen, seine damals entstandene allererste „Kuh“, vor allem ein „Mataré zu einem radikalen, frühen Zeitpunkt“, wie es Valentina Vlasic nennt.

Die Ausstellung ist aber auch Anlass, eine Lücke in der Forschung zu schließen. Das Kurhaus gibt ein Werkverzeichnis der Aquarelle sowie der Skulpturen heraus. Beide sollen im Laufe des Jahres erscheinen. Doch dieses Frühjahrshighlight ist erst der Anfang. Der Museumssommer steht ganz im Zeichen der zeitgenössischen Kunst. In der von Museumsleiter Prof. Harald Kunde kuratierten Gruppenausstellung „Et in Arcadia Ego – Weltchaos und Idylle“ beschäftigen sich junge Künstler mit dem Thema Sterblichkeit und Ewigkeit. Historischer und lokaler Bezugspunkt für die zehn angefragten Künstler soll die Grab-Tumba des brandenburgischen Statthalters Johann Moritz von Nassau-Siegen sein. Ab 12. Juli.

Die zweite, sicherlich besonders publikumswirksame historische Ausstellung dürfte diejenige zum 400. Geburtstag von Govaert Flinck (1615-1660) sein. Er gilt als der bedeutendste Schüler Rembrandts und war einer der herausragendsten Porträtisten des Goldenen Zeitalters der holländischen Malerei. „Zu Lebzeiten“, weiß Valentina Vlasic, „war er anerkannter als Rembrandt selbst.“ 1659 erhielt er mit dem Auftrag über zwölf großformatige Gemälde für das neue Amsterdamer Rathaus den größten öffentlichen Auftrag, den ein einzelner Maler bis dahin bekommen hatte, konnte die Arbeit aber nicht vollenden. Mit einer umfassenden Ausstellung beleuchtet das Kurhaus sein Werk, setzt Schwerpunkte wie Historienbildnisse, Porträts und Zeichnungen. Die dafür notwendigen Leihgaben haben die Klever in ganz Europa angefragt (u.a. Louvre, National Gallery, Rijksmuseum). Ab Oktober.