Hohes Niveau

WDR Köln, 08.07.09: Ludger Kazmierczak (Bild) übernimmt zum 01.08.2009 die Leitung des ARD-Hörfunkstudios in Warschau. Er tritt der Nachfolge von Thomas Rautenberg an, der zum RBB nach Berlin zurückkehrt. Kazmierczaks Nachfolge in Kleve tritt der WDR-Journalist Jürgen Kleikamp an. Ludger Kazmierczak, 1969 in Kleve am Niederrhein geboren, war schon während seiner Schulzeit für die "Rheinischen Post" journalistisch tätig. Nach seinem Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften arbeitete er frei für den WDR. Nach dem Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk und folgte 1999 die erste Redakteursstelle bei WDR 2. Im April 2002 wechselte er in das WDR-Büro Kleve, dessen Leitung er im Jahr 2004 von dem inzwischen verstorbenen Hans-Peter Riel übernahm. Seitdem war er auch Reisekorrespondent für die Niederlande und berichtete für die ARD u. a. über den Milosevic-Prozess vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag (siehe auch ausführliche WDR-Meldung von heute). © WDR/Herby Sachs, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im Rahmen einer engen, unternehmensbezogenen Berichterstattung im WDR-Zusammenhang bei Nennung "Bild: WDR/Herby Sachs" (S1), WDR-Pressestelle/Fotoredaktion, Köln, Tel: 0221/220 -2408, Fax: -8471, fotoredaktion@wdr.de
WDR Köln, 08.07.09: Ludger Kazmierczak (Bild) übernimmt zum 01.08.2009 die Leitung des ARD-Hörfunkstudios in Warschau. Er tritt der Nachfolge von Thomas Rautenberg an, der zum RBB nach Berlin zurückkehrt. Kazmierczaks Nachfolge in Kleve tritt der WDR-Journalist Jürgen Kleikamp an. Ludger Kazmierczak, 1969 in Kleve am Niederrhein geboren, war schon während seiner Schulzeit für die "Rheinischen Post" journalistisch tätig. Nach seinem Studium der Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften arbeitete er frei für den WDR. Nach dem Volontariat beim Westdeutschen Rundfunk und folgte 1999 die erste Redakteursstelle bei WDR 2. Im April 2002 wechselte er in das WDR-Büro Kleve, dessen Leitung er im Jahr 2004 von dem inzwischen verstorbenen Hans-Peter Riel übernahm. Seitdem war er auch Reisekorrespondent für die Niederlande und berichtete für die ARD u. a. über den Milosevic-Prozess vor dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag (siehe auch ausführliche WDR-Meldung von heute). © WDR/Herby Sachs, honorarfrei - Verwendung gemäß der AGB im Rahmen einer engen, unternehmensbezogenen Berichterstattung im WDR-Zusammenhang bei Nennung "Bild: WDR/Herby Sachs" (S1), WDR-Pressestelle/Fotoredaktion, Köln, Tel: 0221/220 -2408, Fax: -8471, fotoredaktion@wdr.de
Foto: WDR/Herby Sachs NRZ
Was wir bereits wissen
Ludger Kazmierczak begeistert mit seinem satirischen Jahresrückblick im Aussichtsturm das Klever Publikum

Kleve..  In luftiger Höh‘ erledigt sich ja bekanntlich so manches Problem. Da streitet und diskutiert man das ganze Jahr und fragt sich am Ende: Mein Gott, worüber reden wir? Vielleicht muss man einfach nur so groß wie Ludger Kazmierczak sein, um diesen wohltuenden Blick aus der Vogelperspektive mal häufiger einzunehmen: Nachrichten lesen, Abstand nehmen und den gesunden Menschenverstand einschalten. Das kann sehr humorig sein. Bei seinem satirischen Jahresrückblick auf 106 Metern Höhe am Klever Aussichtsturm zeigte der WDR-Mann Kazmierczak, dass er sich nicht nur physisch auf einem ganz hohen Niveau bewegte. Sieben ausverkaufte Abende im rappelvollen Kulturrestaurant sprechen für sich: Er hat den Nerv der Klever getroffen.

Die Kreisstadt bot im vergangenen Jahr aber auch jede Menge Vorlagen für gutes Kabarett. Allen voran der Paukenschlag in der CDU. Eine Partei, die sich gerade selbst abwickelt und über die eigenen Seilstricke gefallen ist. Udo Janßen als Bürgermeisterkandidat, das sei die „Stunde Null der CDU“, urteilte Kazmierczak. Oder, wie andere auch meinen: „Die Stunde der Null?“ Wie dem auch sei: „Wenn die anderen jetzt einen Kandidaten finden, der halbwegs alle Latten am Zaun hat, dann muss es das mit der CDU doch gewesen sein.“

Dass Ludger Kazmierczak so ein Entertainer sein kann, hätte man ihm zunächst nicht zugetraut. Der kulturbeflissene Klever kennt seine Stimme aus dem Radio und von den niederländischen Literaturgesprächen im Kurhaus. Da sitzt er allerdings – dem Anlass geschuldet – immer etwas steif in einem Stuhl, mit wichtiger Miene und spitzen Fragen für die Stars der niederländischen Literaturszene.

Und hier oben im Aussichtsturm? Ganz neue Perspektiven: Er schwingt die Hüften, tänzelt um seinen Tisch und singt eigene Lieder zu Udo Jürgens-Melodien, wie jener in seinen besten Tagen. Chapeau! Chapeau! Das Publikum war hellauf begeistert.

Ganz wunderbar sind seine Lieder über die Unterstadt, den Studenten aus Peshāwar, oder das Klever Rathaus: „Applaus, Applaus – für diesen Klinker!“ schmettert der Sportsfreund mit Hohn in die Runde: „Der macht wirklich was her, der sieht super-klasse aus.“ Ja, die Freiheit hoch über Kleve muss grenzenlos sein: „Was in der Unterstadt wichtig erscheint, wirkt hier nichtig und klein.“

Ludger Kazmierczak ist ein guter Beobachter und ein stiller Genießer. Wie schön, dass er am Niederrhein wohnt, in Nütterden aufgewachsen ist und tagtäglich den Regiolekt zwischen Kranenburg und Keppeln studieren kann. Die niederrheinische Sprache hat da einiges für die Bütt zu bieten. Allen voran die Wendung: „Es geht sich da um Folgendes.“ Herrliche Heimat am Niederrhein!

„Emmerich ist jämmerlich“

Mömli Zevens, Ute Schulze-Heimweh, der selige Werner Stalder oder die neue Bienenstich-Route der Draisinen GmbH. Ludger Kazmierczak hat ein Programm für die Klever geschrieben. Und die nehmen es dankbar auf. Und wie gerne hören sie, wenn er zum Udo Jürgens-Song singt: „Ich war noch nie in Emmerich, denn Emmerich ist jämmerlich. Ja, nur in Kleve kann der Klever glücklich sein!“

Und dann zum Schluss die NRZ: Was haben wir uns nur dabei gedacht, kurz vor Weihnachten den überaus starken Carlo Marks mit einem gewaltigen Porträtbild abzudrucken und daneben die Meldung zu platzieren: „Immer mehr Dicke im Kreis Kleve“? Nun: Es war nicht bös’ gemeint.

Das Publikum im Aussichtsturm fand es dennoch zum Abrollen und ein gut aufgelegter Ludger Kazmierczak prustete ins Mikrofon: „Liebe NRZ, das macht man doch nicht!“ Mit Abstand betrachtet: Lieber Ludger, Du hast Recht. Das war von uns mindestens fünf Meter unter NRP.