Hohe Haftstrafe für Brandstifter

Die abgebrannte Scheune in Warbeyen. Nebenan wohnt eine Familie.
Die abgebrannte Scheune in Warbeyen. Nebenan wohnt eine Familie.
Foto: NRZ
Das Landgericht Kleve verurteilte gestern einen 35-jährigen Mann aus Kleve zu sechs Jahren und sechs Monaten Haftstrafe. Er hatte einen ehemaligen Bauernhof in Warbeyen angezündet

Kleve..  Die Einweisung in eine forensische Klinik würde nichts bringen. So vereinfacht könnte man die Auslassungen des Gutachters Dr. Jack Kreutz zusammenfassen, der einen 35-jährigen Mann aus Kleve begutachtet hatte, der im dringenden Verdacht stand, einen ehemaligen Bauernhof in Warbeyen angezündet zu haben. Die 1. große Strafkammer des Landgerichtes Kleve folgte der Auffassung des Gutachters und verurteilte den 35-Jährigen zu sechs Jahren und sechs Monaten Haftstraße. Eine Therapie hatte der Angeklagte ausdrücklich abgelehnt.

Das Vorstrafenregister des 35-Jährigen ist lang. Immer wieder ist er mit Diebstählen und Brandstiftungen aufgefallen. Dr. Kreutz erklärte, dass er in den vergangenen 20 Jahren keine soziale Stabilität für sein Leben habe erreichen können. Der Mann führe ein randständiges Sozialleben. Dass er keine Therapie machen möchte, sollte man in seinem Falle auch ernst nehmen, so Kreutz. Ein Behandlungserfolg sei mit dieser Einstellung unmöglich. Eine Therapie würde mindestens dreieinhalb Jahre dauern.

Kreutz stufte den Angeklagten als einzelhafttauglich ein. Auch wenn er regelmäßig Alkohol, Cannabis und Amphetamine konsumiere, habe er bei ihm keine Abhängigkeit erkennen können. Er bewege sich bei seinem Konsum von Amphetaminen an der Grenze zur Abhängigkeit, so Kreutz. „Ich finde keine Hinweise auf eine schwere Rauschenthemmung.“ Der 35-Jährige sei psychisch zwar nicht ganz unauffällig, er habe eine leicht depressive Verstimmung – aber diese sollte man auch nicht überbewerten.

Der Verurteilte hat bereits an zwei Therapien in Rees teilgenommen – erfolglos. Zuletzt habe er einen Joint pro Tag geraucht, bereits als 14-Jähriger habe er Amphetamine genommen. 1998 war er erstmals in U-Haft.

Kreutz betonte, dass der Mann die Eckdaten seines Lebens schildern könne, er habe aber Schwierigkeiten seine Gefühle und Emotionen zu schildern. Im Gespräch habe er ausgeführt, dass er sich ehrenamtlich in einem Altenheim engagiert und er sich auch an Musik- und Kunstprojekten beteiligt habe. Er könne sich nicht daran erinnern, den Brand gelegt zu haben.

In der Nacht vor der Brandstiftung gab der 35-Jährige an, vier Liter Bier getrunken zu haben. Mit den acht Flaschen Bier habe er bereits am Nachmittag angefangen und die letze in der Nacht getrunken. Dann sei er von Emmerich nach Kleve gefahren. Jack Kreutz errechnete, dass er zum Tatzeitpunkt um 6 Uhr morgens einen Alkoholwert von 1,5 Promille im Blut gehabt haben muss. Er mag zur Tatzeit zwar alkoholisiert gewesen sein, aber dies habe nicht zu einer Störung seiner motorischen Fähigkeiten geführt, so Kreutz.

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