Hören und sehen!

Natur pur: Andreas Barkow führte die NRZ-Leser durch den Reichswald
Natur pur: Andreas Barkow führte die NRZ-Leser durch den Reichswald
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Andreas Barkow führte eine Gruppe NRZ-Leser durch den Reichswald – mit gespitzten Ohren erläuterte er die Welt der Vögel

Kleve..  Wenn man mit Andreas Barkow durch den Klever Reichswald marschiert, kommt man sich unweigerlich beobachtet vor. „Haben Sie das gehört? Auf der rechten Seite, ein Sommergoldhähnchen. Und hier, hören Sie das? Das ist ein Rotkehlchen.“ Es müssen Tausende Vögel sein, die gerade im Blätterdach auf die Gruppe NRZ-Leser schauen – so fühlt es sich zumindest an. Denn wer unsere heimischen Singvögel kennen lernen möchte, der muss vor allem seine Ohren spitzen. In den dicht belaubten Bäumen sind die kleinen Drosseln und Meisen kaum zu erkennen.

Andreas Barkow geht mit erweiterten Sinnen in den Wald. Wo der normale Spaziergänger ein wohltuendes Vogelkonzert vernimmt, da ordnet der Ornithologe der Nabu-Naturschutzstation das Stimmengewirr einzelnen Singvögeln zu. Sehr beeindruckend: „Es kann auch mal den entspannten Ausflug trüben“, gibt Andreas Barkow zu. Einfach mal die Musik auf sich wirken lassen und nicht hinter allem Buchfink, Tannenmeise oder Mönchsgrasmücke zu sehen, fällt dem Fachmann offenbar schwer.

Natur pur

Am vergangenen Samstag hat es eine große Gruppe NRZ-Leser allerdings genossen, von dem großen Wissen des Vogelfachmannes zu profitieren. Andreas Barkow, der jeden Montag in der NRZ die Kolumne „Natur pur“ schreibt, stellte sich seinen Lesern vor und nahm sie mit auf eine faszinierende Wanderung rund um die Waldhütte der Waldjugend in Reichswalde.

Denn natürlich gibt es im Reichswald auch noch mehr zu entdecken als Vogelstimmen. Barkow machte die Leser auf Details aufmerksam, auf die sie beim nächsten Waldspaziergang bestimmt achten werden. Etwa auf die starke Durchmischung von Laub- und Nadelgehölzen und die besondere Rolle der Ebereschen bei der Verjüngung des Waldes. Oder die Tothölzer, die – liegend oder stehend – jeweils einen besonderen Lebensraum für Insekten bieten.

Andreas Barkow ist ein Anwalt der Natur, aber er vermittelte den Lesern auch die unterschiedlichen Interessenlagen, die zwangsläufig beim Naturschutz eine Rolle spielen. Sollte man Windräder im Reichswald aufstellen? Barkow verdeutlichte auch die Sicht der Windkraft-Befürworter und die Abwägung, die man treffen müsse.

Stärkung im Dorfcafé

Nach gut anderthalb Stunden Fußwanderung führte der Weg der NRZ-Gruppe im Anschluss in das Dorfcafé nach Reichswalde. Eine wunderschön gedeckte Kaffeetafel wartete auf die Gruppe – und weitere Gespräche über den Wert des Waldes.