Hochschule verdoppelt Studentenzahl
13.09.2011 | 06:00 Uhr 2011-09-13T06:00:00+0200
Kleve.Im Wintersemester kommen 575 Erstsemester. Damit sind es nun insgesamt 1152 Studenten. Wohnungsmangel ist dadurch inzwischen zum drängenden Problem geworden.
Politik und Geisteswissenschaften funktionieren als Zugpferde: Die Hochschule Rhein-Waal geht in ihr drittes Jahr und hat jetzt die Zahlen für das kommende Wintersemester präsentiert: Mit bislang 575 eingeschriebenen Erstsemestern ist die Hochschule seit dem Vorjahr mit einem großen Satz aufs Doppelte gewachsen. 1152 Studenten zählt man nun an den drei Standorten in Kleve, Emmerich und Kamp-Lintfort. Zum vollen Betrieb im kommenden Jahr hatte man rund 5000 Studenten ins Visier genommen. „Die Hochschule brummt, wir sind auf einem guten Weg“, sagt Präsidentin Marie-Louise Klotz zur Situation im aktuellen Wintersemester. „Wir könnten aber durchaus noch mehr gebrauchen.“
Besonders großen Zuspruch, so die Hochschul-Chefin, erführen Studiengänge wie „Psychologie“ und „Qualität, Umwelt, Sicherheit und Hygiene“. „Die laufen seit letztem Semester sehr erfolgreich“, sagt Klotz. Auch neue Studiengänge wie „International Relations“ hätten sich bereits „bundesweit als ein Zugpferd“ erwiesen. Allein in den drei genannten Studiengängen habe es bis zu zwanzig Mal mehr Bewerber als Studienplätze gegeben. Die Hochschule reagiere, indem sie das Lehrpersonal im Laufe des Wintersemesters auf voraussichtlich 41 Professoren und 37 wissenschaftliche Mitarbeiter aufstocke.
In technischen Fächern Plätze frei geblieben
Frei geblieben seien dagegen Studienplätze in den technischen Fächern. Agriculture und Agribusiness nennt Klotz etwa. „Wer sich da noch einschreiben möchte, sollte tunlichst vor dem 15. September da sein, um das Semester und die Prüfungen zu schaffen“, rät die Hochschulpräsidentin. Insgesamt 20 Bachelor- und drei Master-Studiengänge bietet die Hochschule inzwischen an.
Größeren Nutzen für Unternehmen in Stadt und Kreis durch Technologietransfer erwartet Kleves Technischer Beigeordneter Jürgen Rauer derweil erst kommendes Jahr, „wenn Studenten ihren Abschluss an der Hochschule machen“. Auch den neue Studiengang „International Relations“ lobt er. „Im deutsch-niederländischen Grenzbereich ist das etwas, das von Bedeutung ist für Kleve. Global Players wie Fuji und Ipsen nutzt das auf dem Weltmarkt.“ Auch angesichts der steigenden Studentenzahl sei die Hochschule „ein Erfolgsmodell“.
Deren Zahl könnte auf der Zielgerade in diesem Semester sogar noch ein Stückchen wachsen. „Studierende aus dem Ausland treffen erst noch ein“, sagt Klotz. Und ist damit auch gleich beim nach wie vor drängenden Thema der Hochschule: „Die haben es natürlich besonders schwer auf dem Wohnungsmarkt, da ist unsere Vermittlung gefragt.“ Bei den gemeldeten freien Wohnungen klafft aber noch immer eine große Lücke. „Viele Studierende sind noch nicht versorgt, Vermieter in unserem Einzugsgebiet sind weiterhin gefordert“, appelliert Klotz.
Dass Studenten oft nicht lange da seien und mancher befürchte, sie brächten Lärm mit, sieht sie als Probleme. Auf der anderen Seite wirbt sie mit den Vorteilen der Studenten: „Wenn man an WGs vermietet, werden die Studierenden untereinander für Nachmieter sorgen. Und für Vermieter, deren eigene Kinder aus dem Haus sind, ist das vielleicht die Chance, sich auch als Mentor oder Pate zu engagieren, sich um die Fragen junger Menschen zu kümmern.“
Was Entspannung auf dem Wohnungsmarkt angeht, ist Rauer skeptischer. „Das Problem wird sich sicher nicht in den nächsten drei Monaten lösen lassen“, sagt er. „Wenn die ersten Studentenwohnheime zum Wintersemester nächstes Jahr fertig sind, sind wir schon glücklich.“ Dann schließlich werde es noch einen kräftigen Schub geben. Und mit den angedachten 3000 bis 3500 Studenten am Standort Kleve „sind wir prozentual zur Bevölkerung sehr gut präsentiert.“
14:48
Ich glaube nicht, dass man nach einem Politikstudium zwangsläufig Politiker wird. Auf der anderen Seite habe ich keine Ahnung was man überhaupt damit wird.
Und was aus Menschen Monster macht? Es ist das Geld und das Streben nach Macht.
Außerdem Hochschule? Heißt dass, das man da auch ohne ABI angenommen wird? Solche Brutstätten für Abschlüsse. Deutschland ist ja so abschluss- und zertifikatsgeil, hier kriegt jeder irgendwas auf Papier.
22:52
Politik und Geisteswissenschaften funktionieren als Zugpferde
Im Grunde genommen recht ehrenwerte Ziele...in der Praxis aber nachher...Politik, man fragt sich wie sich die Menschen nach einem erfolgreichen politischen Studium, in der Praxis als Politiker in solche Monster verwandeln können...