Hinter den Pforten des Himmels

Thomas Tesche spielt Orgel in der Klever Versöhnungskirche.
Thomas Tesche spielt Orgel in der Klever Versöhnungskirche.
Foto: NRZ
Was wir bereits wissen
Ein Konzert über Engel in der Versöhnungskirche bringt am kommenden Sonntag, 8. Februar 2015, Musik aus fünf Jahrhunderten zu Gehör. Beginn in der Klever Kirche ist um 18 Uhr

Kleve..  Thomas Tesche, Kantor der Evangelischen Kirchengemeinde Kleve, ist bekannt für ausgefeilte Konzertprogramme und exzellente Chorarbeit. Das erste Konzert des Vokalensembles am Sonntag, dem 8. Februar, um 18 Uhr ist ein schönes Beispiel für seine Bereitschaft, verschiedenartigste musikalische Stile nebeneinanderzustellen. „Vierzehn Engel um mich stehn“ – so ist das Programm betitelt. Es geht also um Engel. Und zwar unter Ausschluss der Weihnachtsengel. „Wenn man die Bibliotheken durchforstet, stößt man auf sehr viele schöne Sachen“, erzählt Tesche. „Da fiel die Auswahl schwer.“

Ewige Lobgesänge

Zehn Stücke werden zu hören sein, die ältesten aus dem 16. Jahrhundert, die neusten erst wenige Jahre alt. Tesche: „Ich wollte inhaltliche Linien ziehen, und deshalb kommen zwei Texte mehrfach vor.“ Der Text „Duo Seraphim“ etwa ist dreimal zu hören. Beim Renaissancekomponisten Sethus Calvisius verkörpern zwei Stimmen die beiden Engel. Fast asketisch sei das, erklärt Tesche. Calvisius’ Zeitgenosse Jacobus Gallus geht die Sache ungleich opulenter an. Hier sorgt ein achtstimmiger Doppelchor für kontrapunktische Zauberei. Die dritte Vertonung stammt aus der Neuzeit, vom 1964 geborenen Letten Rihards Dubra. „Er versucht, ein musikalisches Bild vom Himmel mit ewigen Lobgesängen zu entwerfen“, sagt Tesche. Verschiedene Schichtungen vermittelten beinahe das Bild einer musikalischen Guckgastenbühne.

Auch hochromantische Musik ist zu hören. „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy zählt zu den bekanntesten a-cappella-Stücken überhaupt. Spätromantisch gebärdet sich Marcel Duprés Orgelstück „Angelus“. Heiter dürfte es dagegen bei Diether de la Mottes Orgelstück „Besuch bei den 14 musizierenden Engeln“ werden. Da wandelt der Organist gewissermaßen durch einen Himmelskorridor und öffnet verschiedene Türen zu probenden, schlafenden oder jubilierenden Engeln.

Improvisationsvorlage

Mit Gunnar Erikssons Stück „Drei Engel“ betritt das Vokalensemble Neuland. „Es handelt sich um eine Improvisationsvorlage“, berichtet Tesche. Der Komponist hat die Melodie in drei verschiedenen Tempi notiert und überlässt die Ausgestaltung den Interpreten. Tesche hat dem Chor ein Klavier und Schlaginstrumente zur Seite gestellt, um so den räumlichen Charakter herauszustellen. Den wird das Schlussstück, Julius Spengels Kanon „Abends, wenn ich schlafen geh“, nochmal verschärfen. Denn die Sängerinnen und Sänger werden dazu ganz verteilt im Raum stehen.

Der Eintritt am 8. Februar um 18 Uhr in der Klever Versöhnungskirche ist frei. Um eine Spende nach dem Konzert wird gebeten.