Hildegardishaus in die ehemalige Liebfrauenkirche?
12.06.2010 | 12:00 Uhr 2010-06-12T12:00:00+0200
Goch. Ein neues Seniorenheim soll nicht im ehemaligen Gotteshaus entstehen – dafür zieht vielleicht ein bestehendes Haus um.
Das Gocher Wilhelm-Anton-Hospital könnte bald mehr Platz bekommen. Denn wenn das, was als Idee im Raum ist, Realität wird, steht dem am Gocher Krankenhaus angrenzenden „Hildegardishaus – Haus für Senioren“ ein Umzug in die ehemalige Liebfrauenkirche bevor. Das ist noch nicht offiziell in trockenen Tüchern, war jedoch Gesprächsinhalt eines Treffens von Bistum Münster, Kirchenvorstand der St.-Arnold-Janssen-Gemeinde und der Gocher Stadtverwaltung.
Ein Kirchengebäude als Pflegeheim
Die Liebfrauen-Orgel soll schon am 10. Juli in der Hertener Kirche erklingen. Mit ihrem Verkauf habe die St. Arnold-Janssen-Gemeinde ein Drittel des ursprünglichen Einkaufspreises erzielt – Zweckrücklagen, die einer neuen Orgel für die Gemeinde zu Gute kommen sollen, so Pastor Hoebertz.
Im Zuge dieses Gesprächs haben Kirchenvorstand und Bistum der Stadt mitgeteilt, das ehemalige Kirchengebäude in ein Pflegeheim in Trägerschaft der Katholischen Kliniken im Kreis Kleve umwidmen zu wollen (NRZ berichtete). Das bestätigte gestern die Pressestelle der Stadt Goch. Dabei sollen keine weiteren Pflegeplätze gegründet, sondern eine bereits bestehende Institution dort beheimatet werden: Das seit 1962 an der Vossheider Straße ansässige Hildegardishaus.
Während Kirchenvorstand und Gemeindepfarrer sich bei diesem Thema derzeit auf Verschwiegenheit geeinigt haben, sollen Details zum Ende der kommenden Woche abgestimmt werden.
Am Montag reichte der Aktionskreis Liebfrauen um Theo Aymans, Andreas Bölker und Georg Kuypers die Petition der mehr als 100 Gocher Bürgerinnen und Bürger (NRZ berichtete) im Rathaus ein, mit welcher sie die anfallenden Kosten verschiedener Lösungsansätze zum Erhalt des Gebäudes prüfen lassen wollen.
„Die Petition ist bei uns eingegangen“, bestätigte der Pressesprecher Torsten Matenaers, „sie wird dem Rat der Stadt Goch in der kommenden Sitzung vorgelegt.“ Diese ist für Donnerstag, 8. Juli, angesetzt.
Übrigens: Die Baugenehmigung zur Errichtung der Bücherei an der Arnold-Janssen-Kirche liegt vor, kleinere Änderungen sind derzeit jedoch noch in Arbeit. Ein Umzug der Liebfrauen-Bücherei könnte, wenn alles gut läuft, im Herbst anstehen, so Pastor Günter Hoebertz.
06:39
@ Gocher 100 % richtig: Auch eine Kirche muss wie ein Konzern denken und handeln. Die Gebäude müssen unterhalten werden und wenn die Steuereinnahmen nicht mehr sprudeln dann muss ich eben auf der Ausgabenseite sparen. Und die Ausgabenseite sind eben u. a. die Gebäude. Und warum die Kirchensteuerzahler immer weniger werden, darüber müssen wir uns doch nun keine Gedanken machen, oder. Siehe nach Augsburg. Solange solche Menschen wie Walter Mixa hohe Kirchenämter bekleiden können, gibt es doch keinen Grund diese Kirche zu unterstützen. Die Kirche, und hier vor allem die katholische, bedarf dringender Reformen. Aber ob solche mit alten Herren wie Herrn Ratzinger in Rom möglich sind ? Ich habe da so meine Zweifel.
14:15
Ob nun 5 oder 100 Leute regelmäßig die Kirche besuchen - was ändert es an den Kosten für Gebäudeunterhalt und Beheizung pp.? Es wird doch kein Eintritt bezahlt durch die Kirchgänger...
Deshalb bleibe ich bei meinem Ansatz des Konzerndenken: Für 5 Menschen lohnen diese Kostenaufwendungen wohl nicht mehr. Eben betriebswirtschaftlich betrachtet.
23:53
#5, und die Heizung, den Unterhalt des Gebäudes, die Personalkosten zahlt der liebe Gott!
Bei den privaten Haushalten ist es so: Wenn es nicht reicht, warum auch immer, geht man zum Sozialamt und bekommt es. Einen Kostenträger (Steuerzahler) findet man immer. Es muss nur der Begreiff Reicher nach unten in Richtung Facharbeiter korrigiert werden. Schon sprudelt die Quelle, bis auch der zum Sozialamt gehen muss.
23:23
Also doch Konzerndenken: Kunde kommt, Geschäft gut. Kunde kommt nicht, Geschäft zu.
Restliche Kunden? Egal...!
21:35
Um so viele Ecken kann man gar nicht denken, wie es #1 fertig bringt. Ganz einfach und ganz langsam: Kirche leer, Kirche zu! Und nicht Kirche ganz leer, Kirche offen.!
Also, geht in die Kirche, wenn ihr das schließen verhindern wollt und arbeitet mit. Geld ist in den Gemeinden, Gott sei Dank, immer noch nicht alles was zählt.
11:40
Die Inkonsequenz der Gläubigen stärkt das Verhalten dieser Kapitalgesellschaft Kirche, die mit dem Leben Jesu nichts mehr gemeinsam hat.
Ein Nichtchrist, der den Armen gibt, tut mehr als die gesamt Führungselite der Kirche im Sinne Jesu.
11:26
Ich finde es wirklich bedenklich, daß Kirchen inzwischen auch zu Konzerndenken übergehen. Was sich scheinbar nicht mehr trägt, wird wegrationalisiert. Scha(n)de!
11:07
Die Kirche wäre nicht geschlossen worden, wenn die Betroffenen, die Katholiken in dieser Gemeinde, geschlossen aus der Kirche ausgetreten wären, man kriegt die nur über das Geld der Kirchensteuer!