Herausforderung Hochschule
07.07.2009 | 00:05 Uhr 2009-07-07T00:05:00+0200
Die Kreis Klever Bauverwaltungsgesellschaft managet den Neubau. Das Team unter Gerhard Koenen ist stolz darauf.
Kreis Kleve. Irgendwie traute Gerhard Koenen seinen Ohren nicht. Es war im Januar. Er lag mit 40 Grad Fieber im Bett, als ihn Wilfried Suerick, allgemeiner Vertreter des Landrats, anrief und fragte, ob er sich vorstellen könne, den Hochschulneubau in Kleve zu managen: „Ich habe spontan ja gesagt”, erzählt der Geschäftsführer der Kreis Klever Bauverwaltungsgesellschaft. Seine Meinung hat sich nicht geändert: „Wir sind stolz, dass man uns gefragt hat”.
Die Formulierung „Wir” ist typisch für Gerhard Koenen: „Bei uns ist alles Teamarbeit. Das ist nicht auf einen Kopf allein zugeschnitten und schon gar nicht auf den Geschäftsführer”. Für das KKB-Team sei der Hochschul-Auftrag eine Auszeichnung. Und eine Herausforderung. Eine, der sich das Team gerne stellt.
Wobei in punkto Hochschule derzeit „Ruhe vor dem Sturm” ist. Vergangenen Montag endete die Frist für den Architektenwettbewerb, an dem sich acht Fachbüros beteiligten. Eine Jury wird sich nun mit den Entwürfen beschäftigen. Erst danach könne die KKB ein Zeitfenster erstellen: „Wir warten gespannt darauf”, betont Koenen. Wobei er kein Hehl daraus macht, wie sein Traum von der Hochschule aussieht: „Ich könnte mir eine schöne Struktur aus Stahl, Glas und Beton vorstellen. In kleineren Modulen, nicht als Riesenklotz”. Im alten Getreidespeicher am Hafen wünscht er sich eine Bibliothek, in der Spitze unter dem Dach ein Internetcafe. Der Standort am Spoykanal in Kleve sei hervorragend: „Ich kann mir keinen besseren vorstellen. Das war schon ein Glücksgriff”.
Sobald der Kreis sich auf einen Entwurf festgelegt habe, könne es losgehen: Ausschreibung, Vergabe der Aufträge, Überwachung der Baumaßnahmen, Bauleitung und Abrechnung – eine Fülle von Aufgaben für die KKB.
Von einer Vergabe an ein Generalunternehmen hält Gerhard Koenen nicht viel. Er favorisiert die Einzelausschreibung pro Gewerk. Wobei nicht alles im Kreis Kleve abgedeckt werden könne. Die nächste Firma, die Aufzüge herstelle, habe beispielsweise ihren Sitz in Krefeld – Hersteller von WC-Trennwänden gebe es in ganz NRW nicht.
Vom Kreistag wurde die KKB autorisiert, bis zu 150 Millionen Euro Kredite für die Hochschule aufzunehmen – als Zwischenfinanzierung, das Geld fließt vom Land zurück.
Trotzdem: Eine gigantische Summe, die Gerhard Koenen trotzdem nicht nervös macht. Für ihn beinhaltet das die Verpflichtung, auch um 5000 Euro zu kämpfen. Und Fehler zu vermeiden. Eine Quote von einem Prozent entspreche 1,5 Millionen Euro: „Das können wir uns nicht leisten”.
Die KKB existiere seit 15 Jahren und habe sich in punkto Qualität und Arbeit ein Level aufgebaut, an dem sie gemessen werde: „Das sollte man nicht über Bord werfen, nur weil man eine Hochschule baut”, betont Koenen. Dazu zählt für ihn, dass die anderen Objekte, die die KKB betreut – beispielsweise kreiseigene Schulen und 270 Kilometer Kreisstraßen, in gleicher Intensität im Fokus stehen.
Die Kritik der SPD-Kreistagsfraktion, die KKB könne die Fülle von Aufträgen – sprich Hochschule und die 31-Millionen-Euro-Aufträge aus dem Konjunkturpaket nicht schultern, kann Gerhard Koenen nicht teilen: „Wir können soviel powern wie wir wollen, es gibt zuviel Arbeit auf dem Markt, wir haben Probleme, Handwerker zu bekommen.” Nach dem Boom komme ein Loch, die Handwerker seien dann froh, wenn sie Aufträge von der KKB bekommen.
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