Herausforderung Fachkräftemangel

Auszubildende warteten gespannt auf ihre Notenvergabe.
Auszubildende warteten gespannt auf ihre Notenvergabe.
Foto: KKLE
Die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft sorgt selbst für qualifizierten Pflegenachwuchs. „Gestiegene Ansprüche müssen sich auch in der Ausbildung wiederfinden“

Kreis Kleve..  Der Fachkräftemangel ist aktuell eine der großen Herausforderungen des deutschen Gesundheitswesens. Verantwortlich ist in erster Linie die demografische Entwicklung: Die älter werdende Gesellschaft sorgt für eine erhöhte Nachfrage nach Medizin- und Pflegeleistungen. Gleichzeitig aber gehen immer mehr Fachkräfte in den Ruhestand – ohne dass ihre Stellen neu besetzt werden können.

Kinder-/Krankenpflege undAltenpflege

Die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft kümmert sich mit gleich zwei renommierten Ausbildungseinrichtungen um den Pflegenachwuchs: Die Bildungsakademie für Gesundheitsberufe (BAG) in Kleve ist eine staatlich anerkannte Kranken- und Kinderkrankenpflegeschule. Sie verfügt über 150 Ausbildungsplätze im Bereich der Gesundheits- und (Kinder)Krankenpflege. Das Fachseminar für Altenpflege der Franziskus-GmbH ist im Kreis Kleve die erste Anlaufstelle für die Aus- und Weiterbildung im Bereich der Altenpflege. Aktuell werden dort sechs Kurse mit insgesamt 150 Teilnehmern unterrichtet.

„Die Ansprüche an die Pflegekräfte steigen laufend“, weiß Andrea Huisman, Leiterin der BAG. „Sie müssen immer mehr wissen, mehr können und oft auch in größeren medizinischen Zusammenhängen arbeiten. Diese gestiegenen Ansprüche müssen sich auch in der Ausbildung wiederfinden.“ Neben den acht hauptamtlich Lehrenden unterrichten deshalb an der Bildungsakademie 40 Dozenten aus unterschiedlichen Fachdisziplinen.

Die BAG fördert dabei selbstständiges und praktisches Lernen. In der Theorie arbeiten die Auszubildenden fächerübergreifend und selbstorganisiert, in der Praxis sowohl in allen Bereichen der stationären und ambulanten Pflege.

Zahl der Auszubildendenseit 2013 verdoppelt

Noch einen Schritt weiter geht die BAG mit dem Studiengang Bachelor of Arts in „Social Management – Vertiefungsschwerpunkt Health-care“, den sie in Kooperation mit der Steinbeis-Hochschule Berlin anbietet. Dass die Anforderungen an Pflegekräfte weiter steigen, daran hat Andrea Huisman keinen Zweifel. „Die Pflegekräfte der Zukunft müssen Generalisten und Spezialisten zugleich sein“, sagt sie.

Dass die Bildungsakademie Jahr für Jahr mehr Bewerber als Ausbildungs- und Studienplätze hat, ist gerade wegen der herausfordernden Umstände des Berufsbildes keine Selbstverständlichkeit. „Das ist das Resultat guter Arbeit und ständiger Bemühungen um den Pflegenachwuchs“, so Andrea Huisman. Die Auszubildenden und Studenten der BAG kommen aus der ganzen Region – von Emmerich bis Geldern, von Wesel bis Kranenburg.

Auch das Fachseminar für Altenpflege hat keine Nachwuchssorgen. „Wir haben die Zahl der Auszubildenden in den letzten beiden Jahren verdoppelt“, so Schulleiterin Claudia Martin. „Seit 2013 starten wir mit zwei Kursen jährlich.“ Grund für die Verdopplung: der stark gestiegene Bedarf an Ausbildungsplätzen auch in der Altenpflege.

Das Wachstum des Fachseminars machte Ende 2014 einen Umzug notwendig: Die alten Räumlichkeiten am Mutterhaus der Klever Franziskusschwestern in der Spyckstraße waren zu klein geworden. Das neue Fachseminar auf der Hoffmannallee 41-51 bietet mit mehr als 900 Quadratmetern nun ausreichend Platz. Die gut 20 Dozenten und Honorardozenten vermitteln die theoretischen Grundlagen für eine professionelle Altenpflege entsprechend den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. „In ihren Ausbildungsbetrieben können die Auszubildenden die erworbenen Kenntnisse in der Praxis umsetzen“, so Schulleiterin Claudia Martin. „Neben ihrer Ausbildungseinrichtung lernen sie ergänzend die ambulante beziehungsweise stationäre Altenhilfe kennen und absolvieren einen Einsatz in der Gerontopsychiatrie oder Geriatrie.“ Aktuell arbeitet das Fachseminar mit 29 ambulanten und stationären Diensten und Einrichtungen der Altenhilfe in den Kreisen Kleve und Wesel zusammen.

Arbeitsplatzist sicher

Dass die Absolventen beider Einrichtungen nach absolvierter Ausbildung keine Probleme haben, einen passenden Arbeitsplatz zu finden, liegt mit Blick auf Güte der Ausbildung und Fachkräftemangel auf der Hand. Dass die Katholische Karl-Leisner-Trägergesellschaft versucht, die Absolventen auch langfristig an das eigene Klinikum und die eigenen Altenpflegeeinrichtungen zu binden, ebenso: „Wir begleiten die Pflegekräfte während ihrer gesamten Ausbildung“, so Bärbel Peschges, Pflegedirektorin des Katholischen Karl-Leisner-Klinikums. „Wir wissen um ihre Qualitäten.“