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Hauptsache selbstbewusst

06.02.2009 | 00:32 Uhr

Im ambulanten Gruppentraining der Rheinischen Kliniken erlangen verhaltensauffällige Jugendliche soziale Kompetenz.

Jana* hat's hingekriegt. „Ich habe denjenigen aus meiner Klasse, die mich mit blöden Sprüchen beleidigt haben, einfach gesagt, dass sie mich langweilen”, meint die 15-Jährige. Nicht nur ausgesprochen habe sie das, sie habe es auch so empfunden. Irgendwann sei sie die Gängeleien, unter denen sie monatelang gelitten habe, Leid gewesen. Und hat mit einem Satz alles verändert. „Auf einmal sind die ganz freundlich zu mir”, sagt Jana lächelnd. Eine Veränderung, die nicht einfach war. Wochenlang hat Jana an einem verhaltensherapeutischen Gruppenübungen teilgenommen.

„Soziales Kompetenztraining” nennt sich der Kurs, den die Kinder- und Jugendpsychiartrie der LVR-Klinik in Bedburg-Hau seit Herbst auch ambulant anbietet. Acht Jugendliche aus dem Kreis Kleve haben mitgemacht, trafen sich 15 Mal für 90 Minuten mit Kunsttherapeutin Eva Schoofs und dem Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie Amir Djawadi.

Ob Kennenlern- oder Vertrauensspiele: Die meisten Übungen wurden mit der Kamera gefilmt. Und danach ausgewertet. Sich selbst zu beobachten sei ihr nicht leicht gefallen, sagt Lilli* (15). Die eigene Stimme zu hören, ihr Auftreten wahrzunehmen, zu erkennen, wie sich gegenüber den anderen Jugendlichen verhält: „Das alles hat mir geholfen, ich bin jetzt selbstbewusster. Wenn ich eine Meinung habe, kann ich jetzt auch dahinter stehen”, meint sie.

Besonders an der Körperhaltung der Jugendlichen würde man die Veränderung wahnehmen, meint Amir Djawadi. Manche stünden jetzt gerade, offener. Andere hätten gelernt, sich etwas zurückzuhalten – anstatt aggressiv zu reagieren. Alle, so Eva Schoofs, haben sich vor allem mit sich selbst auseinandergesetzt, „mit ihren Träumen, Wünschen und Zukunftsplänen.”

Das nächste Gruppentraining beginnt am 25. Februar. Zwischen zehn und zwölf Teilnehmern können sich anmelden. Die Kosten werden von der Krankenkasse getragen, wenn eine Diagnose vorliegt, 02821/813 401. (lis)

*Namen geändert.

Anne Heidrich

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