Hallenbad ist Lebensqualität
15.02.2012 | 18:07 Uhr 2012-02-15T18:07:00+0100
Bedburg-Hau. Initiative zum Erhalt des „Bedburger Nass“: Seit zehn Jahren arbeiten Bürger-Genossenschaften anderswo mit gutem Erfolg.
Dass dies Ratsmehrheit von CDU und FDP das Hallenbad in Bedburg-Hau schließen will, hat zu Protesten in der Bevölkerung geführt. Innerhalb von nur einer Woche konnte die spontan gegründete „Interessengemeinschaft zum Erhalt des Hallenbades“ etwa 1600 Unterschriften sammeln – weit mehr, als für ein Bürgerbegehren erforderlich. „Wir wollen bis Anfang März so viele Unterschriften sammeln, dass wir notfalls auch einen Bürgerentscheid erzwingen können“, erläuterte Andreas Grunenberg, Initiator der Interessengemeinschaft.
Bürgerbegehren öffnet drei Wege
Während der bestens besuchten Informationsveranstaltung der Initiative in der Gaststätte Bucksteeg konnte Grunenberg Bürgermeister Peter Driessen das erste Paket mit den Namenslisten symbolisch überreichen. „Ich bin begeistert, wie schnell und wie gut ihr das geschafft habt“, lobte Driessen die Interessengemeinschaft.
Der Rat muss nun am 22. März über das Bürgerbegehren entscheiden. Er kann das Votum anerkennen und die erforderlichen 1,5 Millionen Euro für den Erhalt des Hallenbades wieder in den Haushaltsplan (Nachtragshaushalt) aufnehmen. Er kann das Votum ablehnen, worauf es wohl zum Bürgerentscheid kommen würde.
Zwanzig Prozent der Bedburg-Hauer Bürgerinnen und Bürger müssten in diesem Fall an der Briefwahl teilnehmen, davon müsste mehr als die Hälfte für den Erhalt stimmen, damit der Rat für zwei Jahre an den Entscheid gebunden ist.
Die dritte Möglichkeit: Es gibt einen Kompromiss und das Bad geht an einen anderen Träger, etwa einen Verein oder eine Genossenschaft. Genau dies strebt die Initiative an.
Probleme mit Bauten der 70er Jahre
„Seit zehn Jahren gibt es viele Kommunen, die Probleme mit Bauten der 70er Jahre haben“, erklärte Wilhelm van Beek, SPD-Ratsmitglied. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden.“ In Kevelaer, Xanten, Elten oder Rheurdt seien die Bäder inzwischen genossenschaftlich organisiert – mit niedrigeren Betriebskosten, ehrenamtlichem Engagement und höheren Besucherzahlen. „Wenn die das geschafft haben, warum sollen wir das dann nicht schaffen?“, fragte Günter van Meegen, parteiloses Ratsmitglied.
„Das Hallenbad gehört zur Lebensqualität in Bedburg-Hau dazu“, bekräftigte Bürgermeister Peter Driessen. Die 1,5 Millionen Euro für den Erhalt würden am Kapitalmarkt aufgenommen und führten somit zu einer Erhöhung der Verlustabdeckung von gegenwärtig 250 000 Euro auf 300 000 Euro. „Das ist für eine Gemeinde wie Bedburg-Hau tragbar“, sagte Driessen.
In einer weiteren Veranstaltung will die Interessengemeinschaft darüber informieren, wie eine Bad-Genossenschaft konkret funktioniert. Termin wird bekannt gegeben.
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