Hallen-Freibad wird deutlich teurer

Der Außenbereich des neuen Freizeit- und Hallenbades Sternbusch soll so aussehen
Der Außenbereich des neuen Freizeit- und Hallenbades Sternbusch soll so aussehen
Foto: Grafik: :Planungsgesellschaft für Sport- und Freizeitbauten
Was wir bereits wissen
So richtige Freude über das neue Familienbad am Sternbusch wollte bei der Vorstellung im Hauptausschuss noch nicht aufkommen. Investitionen steigen vermutlich von 14,5 Millionen auf 20 Millionen Euro

Kleve.  . Richtige Euphorie sieht anders aus: Nachdem Architekt Christoph Keinemann seine Planungen für das neue Kombi-Bad im Klever Sternbuschpark im Haupt- und Finanzausschuss vorgestellt hatte, konnte sich Hedwig Meyer-Wilmes, Fraktionsvorsitzende der Grünen, ein paar kritisch-distanzierte Fragen zu den Kostensteigerungen des Projektes nicht verkneifen: „Herr Hoffmann, warum ist das Bad auf einmal sechs Millionen Euro teurer geworden?“, fragte sie direkt nach der Vorstellung den Geschäftsführer der Stadtwerke. Und überhaupt zeigte sich der Ausschuss ziemlich zugeknöpft: Es gab keine Kommentare zur Architektur und keine Fragen zum Konzept – dabei waren die vorgestellten, neuen Ideen zum Kombi-Bad gar nicht so schlecht.

Zinslage günstig

Offenbar liegt der Preisaufschlag für das neue Sternbuschbad den Kommunalpolitikern schwer im Magen. Rolf Hoffmann, Geschäftsführer der Klever Stadtwerke, musste den Ausschussmitgliedern erklären, dass sich die Investitionen vermutlich von den ursprünglich geplanten 14,5 Millionen Euro auf 20 Millionen Euro erhöhen werden. Dies habe unter anderem mit Preissteigerungen zu tun (1 Millionen Euro), mit höheren Nebenkosten (1 Millionen Euro), mit einer aufwändigeren Lüftungsanlage (800 000 Euro), der Neugestaltung der Außenanlagen (800 000 Euro) und Planungsungenauigkeiten bei der ersten Kostenschätzung (750 000 Euro).

Die deutliche Erhöhung der Investitionssumme sei aber nicht das Problem, betonte Hoffmann. Denn: „In den vergangenen zwei Jahren haben sich die Zinsen für uns sehr gut entwickelt“, sagte der Stadtwerke-Chef. Er habe errechnet, dass man durch die geringere Zinslast für die Kreditzinsen innerhalb von 15 Jahren fünf Millionen Euro weniger ausgeben werde: „Die Kapitalkosten bleiben damit nahezu unverändert. Die Folgekosten für die Stadt Kleve bleiben somit auch unverändert und darauf kommt es an“, so Hoffmann. Das Bad werde im Jahr einen Verlust von 1,8 Millionen Euro erwirtschaften. Gut 30 Prozent (500 000 Euro) könne man über den steuerlichen Verbund an Steuern sparen. Das heißt: Die Verluste des Bades werden mit den Gewinnen der Stadtwerke verrechnet. Dadurch müssen die Stadtwerke weniger Steuern zahlen.

Die Planungen wurden für das neue Kombi-Bad deutlich überarbeitet. Das alte Konzept sah vor, dass es auf keinen Fall ein Spaßbad werden sollte.

Da hätte keiner Spaß

„Und ich muss sagen, dass das Konzept auch aufgegangen wäre: bei einer Umsetzung des ersten Entwurfes hätte wirklich keiner Spaß gehabt, ins Bad zu gehen“, sagte Hoffmann ironisch. Daher habe man die Anlage zu einem Sport- und Familienbad erweitert. „Das hat dem Konzept gut getan“, so Hoffmann. Der Sport sei dabei nicht zu kurz gekommen. So habe man das Sportbecken um eine Bahn erweitert.

Christoph Keinemann stellte die Architektur vor. So gibt es in der Halle ein großes Schul- und Vereinsbecken (25 Meter-Bahnen) mit Sprunganlage, dazu ein Kurs- und Familienbecken mit Hub-Boden für Kleinkinder und Behinderte. Ein Außenbecken ist geplant, welches ganzjährig benutzt werden kann und zwei Wasserflächen für Kinder. Dazu gibt es ein Restaurantbetrieb. Die Außenanlagen umfassen ein 50-Meter-Becken mit drei Bahnen, dazu gibt zwei 25-Meter-Bahnen und ein Strömungsbecken. Das Nichtschwimmerbecken bleibt, das Springerbecken wird deutlich kleiner ausfallen.